Ärzte Zeitung, 06.10.2008

Biomarker bereichern Diagnostik kardiovaskulärer Erkrankungen

Einsparungen im ambulanten und stationären Bereich

MÜNCHEN (sto). Die Bestimmung von Biomarkern in der Diagnostik kardiovaskulärer Erkrankungen im Praxislabor wie NT-proBNP, Troponin T und D-Dimer führt zu deutlichen Einsparungen im ambulanten und stationären Bereich.

Das Einsparungspotenzial geht nach Angaben des Gesundheitsökonomen Professor Thomas Szucs aus Zürich aus den Erfahrungen in mehreren europäischen und außereuropäischen Ländern hervor.

In einer eigenen Studie mit 369 Patienten mit Verdacht auf eine akute kardiovaskuläre Erkrankung in Hausarztpraxen in der Schweiz lag der Anteil der korrekt gestellten Diagnosen bei über 75 Prozent, wenn die Praxis über ein Präsenzlabor verfügte. In Praxen ohne eigenes Labor lag der Anteil richtiger Diagnosen demgegenüber bei knapp 60 Prozent, wie Szucs beim Europäischen Kardiologenkongress in München berichtete. Die Diagnostik mithilfe kardiovaskulärer Marker in den Praxen führe zu deutlichen Einsparungen durch weniger Krankenhauseinweisungen, kürzere Liegezeiten und weniger Arbeitsunfähigkeit, so Szucs bei einer Veranstaltung von Roche Diagnostics.

Der Wiener Kardiologe Professor Martin Hülsmann hat in einer Studie mit fast 1000 Patienten untersucht, inwieweit ein NT-proBNP-Screening bereits in der Praxis bei Patienten mit der Verdachtsdiagnose einer Herzinsuffizienz die Differenzialdiagnose zwischen kardialer und pulmonaler Ursache verbessert. Patienten mit erhöhten NT-proBNP-Werten wurden gezielt zur Echokardiografie überwiesen. Eine erste Auswertung der vor einem Jahr gestarteten Studie ergab nach Hülsmanns Angaben, dass durch dieses Vorgehen die Zahl der tatsächlich mit einer Herzinsuffizienz diagnostizierten Patienten stieg.

In einer Studie in Australien führte die Bestimmung von Troponin T in Kombination mit dem EKG bei Patienten mit Thoraxschmerz zu einer deutlichen Reduktion der durchschnittlichen Verweildauer im Krankenhaus und der Zeit bis zu einer Koronar-Angiografie, wie Professor Philip Tidemann aus Adelaide in Australien berichtete. Ein wesentlicher Vorteil der Bestimmung von Troponin T in der Arztpraxis sei die rasche Verfügbarkeit der Messergebnisse, so Tidemann.

Durch eine direkte Bestimmung von D-Dimer bei Verdacht auf eine tiefe Venenthrombose in der Praxis sei eine raschere Entscheidung über das weitere Vorgehen möglich, berichtete Professor Karel Moons aus Utrecht in den Niederlanden. In einer Studie mit 2086 Patienten in Hausarztpraxen haben die Laboruntersuchung bei über 90 Prozent der über 70-jährigen Patienten das gleiche Ergebnis erbracht wie der Kompressions-Ultraschall der Beinvenen, so Moons.

Die Diagnostik

mithilfe von

kardiovaskulären Markern ermöglicht kürzere Liegezeiten.

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