Ärzte Zeitung online, 23.12.2008

Länger schlafen für die Herzkranzgefäße

CHICAGO (hub). Ein guter Schlaf macht mental fit, eine lange Schlafdauer hält die Koronararterien sauber. Das hat eine Auswertung der Studie CARDIA* mit knapp 500 Teinehmern im Alter von 35 bis 47 Jahren ergeben.

Im Gegensatz zu bisherigen Studien zum Zusammenhang von Schlaf und Atherosklerose wurde in der CARDIA-Studie die Schlafdauer nicht per Selbstauskunft der Teilnehmer erhoben. Die Probanden trugen vielmehr ein Gerät, mit dem die Aktivität des Brustkorbs gemessen wurde. Zu Studienbeginn gab es bei den Teilnehmern keine Anzeichen einer Kalzifizierung der Koronarien im CT (JAMA 300, 2008, 2859).

Fünf Jahre später sah das anders aus. Bei mehr als 12 Prozent (61 Teilnehmer) wurde eine Verkalkung der Koronararterien im CT detektiert. Nachdem die Forscher von der Universität von Chicago Faktoren wie etwa Alter, Geschlecht, Rauchen oder Schlafapnoe berücksichtigt hatten, zeigte sich: Eine Stunde mehr Schlaf war mit einem um ein Drittel verringerten Verkalkungsrisiko verbunden.

Anders ausgedrückt: Eine Studne mehr Schlaf reduziert das Atheroskleroserisiko ähnlich wie eine Senkung des systolischen Blutdrucks um 16,5 mmHg.

*CARDIA = Coronary Artery Risk Development in Young Adults

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »