Ärzte Zeitung online, 07.05.2009

Nach 30 Jahren Qualmen ist fast jeder zweite starke Raucher tot

STOCKHOLM (ob). Rauchen ist gesundheitsschädigend. Diese bestens bekannte Tatsache dürfte wahrlich niemanden mehr überraschen. Überraschend ist aber dennoch, wie massiv die Lebenserwartung von starken Rauchern durch ihre Nikotinsucht in einer neuen Langzeitstudie verkürzt wurde.

Große skandinavische Studie liefert weitere Argumente gegen das Rauchen

Die norwegische Studie liefert weitere Argumente gegen das Rauchen.

Foto: Hannes Strasser©www.fotolia.de

Eine Gruppe norwegischer Forscher hat 1974 eine prospektive Beobachtungsstudie gestartet, in deren Verlauf die gesundheitliche Entwicklung von 54 075 Personen (Alter: 35 bis 49 Jahre) über drei Jahrzehnte erfasst und dokumentiert worden ist. Ihre Daten zum Einfluss des Rauchens auf die Lebenserwartung hat die Gruppe um Professor Haakon Meyer jetzt beim Kongress EuroPRevent 2009 der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in Stockholm vorgestellt.

Von den mehr als 54 000 Studienteilnehmer starben insgesamt 13 103 - also etwa jeder vierte - im Zeitraum der sich über 30 Jahre erstreckenden Nachbeobachtung. Dabei variierten die Sterberaten allerdings je nach Nikotinkonsum erheblich. Von den starken Rauchern (Männer, die täglich mehr als 20 Zigaretten pafften) waren 45 Prozent nach 30 Jahren nicht mehr am Leben. In der Subgruppe der Männer, die nie geraucht hatten, betrug die Sterberate nur 18 Prozent, berichtete Meyer.

Ähnlich der Unterschied bei den Frauen: Von den starken Raucherinnen starben im Beobachtungszeitraum 33 Prozent, von den Nichtraucherinnen dagegen nur 13 Prozent.

Einmal mehr bestätigte sich, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Rauchern die dominierende Todesursache sind. Zwei Drittel der männlichen und die Hälfte der weiblichen Vielraucher entwickelten eine kardiovaskuläre Erkrankung oder starben daran. Bei den Männern war starker Nikotinkonsum im Vergleich zum Nichtrauchen mit einer Verdopplung der Herzinfarktrate assoziiert (10 versus 21 Prozent), bei den Frauen nahezu mit einer Verdreifachung (4 versus 11 Prozent). Starkes Rauchen war auch eng mit der Entwicklung von Diabetes-Erkrankungen und Schlaganfällen assoziiert.

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