Ärzte Zeitung online, 09.10.2009

Infarktsterblichkeit in Sachsen-Anhalt am höchsten

DRESDEN (dpa). Berliner, Bremer und Schleswig-Holsteiner haben die besten Aussichten, einen Herzinfarkt zu überleben. In Sachsen-Anhalt, Sachsen und Brandenburg gehen dagegen im deutschlandweiten Vergleich die meisten Infarkte tödlich aus, heißt es im Herzbericht 2008, den die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) am Freitag in Dresden vorgestellt hat.

Pro 100 000 Einwohner sterben in Berlin demnach im Schnitt etwa 25 Menschen nach einem Herzinfarkt, in Bremen 37 und in Schleswig-Holstein 39. In Sachsen-Anhalt liegt die altersbereinigte Sterbeziffer dagegen bei rund 103 Fällen pro 100 000 Einwohner. In Sachsen sind es knapp 95 Fälle, in Brandenburg 94.

Eine Erklärung für diese Zahlen könne der Bericht allerdings nicht geben, sagte der Verfasser der Studie, Ernst Bruckenberger. Zusammenhänge etwa mit der medizinischen Versorgungsstruktur seien nicht zu erkennen. Vielmehr zähle bei Herzinfarkten vor allem das Verhalten des Betroffenen und dessen Lebensgewohnheiten, betonte Bruckenberger. Zwischen Ost und West hätten sich die Bedingungen in der Versorgung von Herzkrankheiten inzwischen nahezu angeglichen. "Trotzdem ist die Infarktsterblichkeit in den neuen Ländern in allen Altersstrukturen höher", sagte Bruckenberger.

Der Herzbericht 2008 rechnet die Todesfälle bis auf Kreisstrukturen herunter. Die meisten Überlebenden gibt es demnach im Raum Flensburg (Schleswig-Holstein), wo die Sterbeziffer um 72 Prozent unter dem bundesweiten Durchschnitt liegt. In Duisburg (NRW) dagegen sterben fast doppelt so viele Menschen an einem Herzinfarkt wie im Durchschnitt.

Insgesamt ist die Infarktsterblichkeit in Deutschland weiter rückläufig. Dem Bericht zufolge wurden im Jahr 2008 fast 10 000 tödliche Herzinfarkte weniger gezählt als im Jahr zuvor. Die 80 herzchirurgischen Zentren im Land verzeichneten fast 160 000 Operationen - rund 2000 mehr als 2007.

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