Ärzte Zeitung online, 05.08.2010

Thrombose kann auch Schutz vor Pathogenen sein

MÜNCHEN (hub). Die Bildung von Blutgerinnseln ist Teil des angeborenen Immunsystems. Durch den Verschluss kleiner Gefäße hindert der Körper Pathogene am Eindringen. Zudem bilden die beteiligten Neutrophilen antimikrobielle Proteine.

Diesen Zusammhang haben Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München herausgefunden. Gemeinsam mit den im Kreislauf zirkulierenden Blutplättchen, den Thrombozyten, sammeln sich die neutrophilen Granulozyten sehr schnell an verletzten Körperstellen. Dabei haben die Granulozyten offenbar zwei Funktionen, wie die LMU mitteilt: Zum einen sezernieren sie Serinproteasen, die antimirkobiell wirken. Zum anderen sind sie gemeinsam mit den Thrombozyten an der Blutgerinnung beteiligt, um die Eintrittsstelle für Pathogene zu verschließen. Die Thrombusbildung sei somit eine physiologische Antwort auf Pathogene, folgern die Forscher.

Problematisch werde es jedoch, wenn diese Thrombusbildung fehlerhaft initiiert wird - in Abwesenheit von Pathogenen und in den größeren Blutgefäßen. Die Folge ist ein hohes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Die Forscher hoffen jedoch nun, da der gemeinsame molekulare Mechanismus der physiologischen und der patholgischen Thrombusbildung erkannt ist, dass dies ein Ansatz für künftige Behandlungen sein könne.

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