Ärzte Zeitung online, 01.11.2010

Testosteronmangel plus KHK bringt Männer näher ans Grab

SHEFFIELD (ob). Männer mit niedrigem Testosteronspiegel sterben im Schnitt früher als jene mit normalem Serumtestosteron. Dies gilt auch für Männer mit manifester Koronarerkrankung, wie Daten einer neuen Studie erstmals belegen.

Testosteronmangel plus KHK bringt Männer näher ans Grab

Herzleiden und geringe Testosteronspiegel können zusammen das Mortalitätsrisiko erhöhen.

© Janina Dierks / fotolia.com

Mehrere epidemiologische Studien haben ergeben, dass niedrige Testosteronspiegel mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko assoziiert sind. Ein entsprechender Hormonmangel ist demnach als Risikomarker anzusehen; ob er auch ursächlich an der Erhöhung der Sterberate beteiligt ist, lässt sich auf Basis epidemiologischer Studien nicht klären.

Patienten mit Gefäßerkrankungen blieben von diesen Studien bislang ausgeschlossen. Diese Risikogruppe hat ein Forscherteam um Dr. Chris J. Malkin deshalb jetzt in einer neuen Studie gezielt ins Visier genommen (Heart 2010;96:1821).

Studienteilnehmer waren 930 Männer mit koronarer Herzkrankheit, die in den Jahren 2000 bis 2002 einer diagnostischen Koronarangiografie unterzogen worden waren. Innerhalb eines Zeitraums von knapp sieben Jahren wurden in diesem Kollektiv alle Todesfälle erfasst und deren Häufigkeit dann in Abhängigkeit von den Testosteronwerten der Personen analysiert.

Ein per Laboranalyse festgestellter Testosteronmangel (bioverfügbares Testosteron unter 2,6 nmol/l oder Gesamt-Testosteron unter 8,1 nmol/l) lag bei 24 Prozent aller Studienteilnehmer vor. In der Subgruppe mit Hormondefizit war die Mortalitätsrate am Ende fast doppelt so wie in der Subgruppe mit normalen Testosteronspiegeln (21 versus 12 Prozent).

Nur vier klinische Variablen hatten nach Ergebnissen der statistischen Analyse einen Einfluss auf die Mortalität: ASS- und Betablocker-Therapie, linksventrikuläre Dysfunktion und eben Testosteronmangel.

Eine Legitimierung dafür, alle KHK-Patienten mit niedrigen Testosteronwerten ab sofort mit diesem Hormon zu behandeln, lässt sich aus diesen Ergebnissen aber nicht ableiten. Ob die Substituierung von Testosteron tatsächlich von therapeutischem Nutzen ist, muss erst noch in prospektiven kontrollierten Studien geprüft werden.

Allerdings ist fraglich, ob die derzeitigen Anbieter von Testosteron-Präparaten die finanzielle Potenz besitzen, um eine solche Studie in der nötigen Größenordnung unterstützen zu können.

[01.11.2010, 07:58:18]
Dr. Ralf Hettich 
Ein Testosteronmangel hat viele Bezeichnungen
Gut zu wissen: ADAM, PADAM, TMS, Wechseljahre, AMS, Altershypogonadismus, Klimakterium Virile meinen alle das gleiche: Testosteronmangel.

Bei vielen Männern, die die 40 überschritten haben, treten Symptome auf, die ähnlich den Frauen in der Menopause sind: Leichte Reizbarkeit, Wetterfühligkeit, Hitzewallungen, depressive Verstimmungen,
allgemeiner Verlust der Lebensfreude und ein Nachlassen der Lust auf Sex.

Die Männer fühlen sich schlaff, schlafen schlecht ein und haben immer weniger Interesse an einem aktiven Sexualleben.

Für diese Situation sind viele Begriffe gefunden worden. Die einen nennen es die Midlife-Crisis, andere reden von einem der Frauenmedizin entliehenen Klimakterium.

Männerärzte haben gar eine ganze Reihe von Fachbegriffen dafür: Am populärsten wurde ADAM (Androgen Decline in the Aging Male), PADAM (Partial Androgen Decline in the Aging Male) Climacterium virile, der alternde Mann und das Aging Male Syndrom).

Die Andrologen sprechen einmal von Altershypogonadismus, LOH (Late-Onset-Hypogonadism) und dem TMS (Testosteron Mangel Syndrom).

Mit den besten Wünschen für Ihre Männergesundheit

Dr. Ralf Hettich

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