Ärzte Zeitung online, 22.11.2011

Essen: Abbaubarer Stent eingesetzt

ESSEN (dpa). Einen abbaubarer Stent hat das Essener Elisabeth-Krankenhaus einem Patienten eingesetzt. Der Eingriff sei der erste weltweit außerhalb klinischer Studien, hieß es.

Das Team um den Kardiologen Privatdozent Christoph Naber hofft, dass das Gefäß so ohne die bisher üblichen Metall-Stents die Fähigkeit zurückerlangt, sich anzuspannen und zu pulsieren.

Die abbaubaren Stützen aus Polymilchsäure anstelle dauerhaft zurückbleibender Metallreste sollen auch Vorteile bei späteren MRT-Untersuchungen des Herzens bringen.

"Es ist schon eine faszinierende Vorstellung, einen Patienten erfolgreich zu therapieren, ohne dass von dem Eingriff letztlich Spuren zurückbleiben", sagte Naber.

Vorreiter in den Niederlanden

Die Methode wurde von dem Rotterdamer Herzchirurgen Professor Patrick W. Serruys mit 56 Patienten erprobt (J Am Coll Cardiol 2011; 58:1578).

Dabei habe sich gezeigt, dass die Stents nach einem Jahr tatsächlich langsam abgebaut werden. Ob sie ganz verschwinden, müsse die Zukunft erweisen.

Unklar sei auch noch, ob eine Stütze ohne Metall tatsächlich einen Selbstreparaturmechanismus des Gefäßes auslöse, sagte der Stuttgarter Herzchirurg Professor Udo Sechtem, Mitglied des Beirates der Deutschen Herzstiftung.

Kein Metall mehr im Herzen zu haben, könne aber manchen Patienten möglicherweise psychologische Vorteile bringen.

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