Ärzte Zeitung, 20.12.2012

KHK

Genvarianten steuern Herzinfarkt-Risiko

Neue genetische Regionen wurden identifiziert, die mit einem erhöhten Risiko für einen Herzinfarkt assoziiert sind.

MANNHEIM. Ein weltweites Konsortium CARDIoGRAMplusC4D, darunter Forscher aus Mannheim, analysierten die Erbsubstanz von mehr als 60.000 Patienten sowie 130.000 Kontrollpersonen.

Auch Daten der LURIC-Studie (Ludwigshafen Risk and Cardiovascular Health) flossen ein, einer prospektiven, epidemiologischen Studie.

Die Autoren fanden 15 neue genetische Regionen, die mit einem erhöhten Herzinfarktrisiko assoziiert sind. Damit steigt die Zahl der Loci, die mit einer solchen Disposition in Verbindung stehen, auf insgesamt 46.

Die Forscher vermuten allerdings, dass damit erst ein kleiner Teil von vielleicht rund 10 Prozent der KHK-Erblichkeit erklärbar ist. Die Faktoren könnten als Marker zur Vorhersage des individuellen Risikos genutzt werden.

Demnach steuern nicht einzelne genetische Schalter die Disposition für Herzinfarkt. Vielmehr scheint ein Zusammenspiel von Dutzenden oder gar Hunderten von Genvarianten das individuelle Herzinfarktrisiko auszumachen, von denen jede einzelne für sich unbedeutend ist.

Mit ihnen lassen sich Mechanismen der Pathogenese identifizieren (Nature Genetics 2012, online 2. Dezember). (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Neuroprothese lässt Gelähmten wieder zugreifen

Eine Neuroprothese ermöglicht einem Tetraplegiker, mit einer Gabel zu essen. Sein Hirn wird dabei per Kabel mit Muskeln in Arm, Hand und Schulter verbunden. mehr »

Mord und Totschlag in deutschen Kliniken?

Eine umstrittene Studie zu lebensbeendenden Maßnahmen in Kliniken und Pflegeheimen erhitzt die Gemüter. mehr »

Psychotherapie-Richtlinie steht vor holprigem Start

Der Start der neuen Psychotherapie-Richtlinie am 1. April löst bei den Beteiligten keine Begeisterung aus. Die Kritik überwiegt. Lesen Sie die aktuellen EBM-Ziffern. mehr »