Ärzte Zeitung, 22.01.2013

Nurses Health Study

Erdbeeren schützen vor Herzinfarkt

Beeren schmecken nicht nur gut, sie können offenbar auch das Herzinfarktrisiko junger Frauen mindern.

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Lecker und gut fürs Herz.

© Thinkstock

BERLIN. Wer öfter Erdbeeren und Heidelbeeren konsumiert, könnte seinem Herzen etwas Gutes tun. Denn das Infarktrisiko sinkt, so zumindest das Ergebnis der Nurses Health Study II (NHS II).

Wenig war bisher bekannt, wie sich die Ernährung auf das Herzinfarkt-Risiko bei jungen Frauen auswirkt. Nun wurde dies erstmals in einer großen prospektiven Studie untersucht.

Dafür wurden 93.600 Frauen im Alter von 24 bis 42 Jahren 18 Jahre lang (1991 bis 2009) alle vier Jahre zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt (Circulation 2013, 127:188).

Im Studienzeitraum wurden 405 Herzinfarkte registriert. Frauen mit der relativ höchsten Aufnahme von Anthocyanen mit der Nahrung waren davon allerdings eher selten betroffen.

Ihr Risiko war um 32 Prozent niedriger als das jener Frauen mit der geringsten Zufuhr - unabhängig vom Raucherstatus, vom BMI und auch vom Obst- und Gemüse-Konsum. Pro 15 mg mehr an Anthocyanen sank das Infarktrisiko um 17 Prozent.

Vor allem Beeren tragen zu einer an Anthocyanen reichen Ernährung bei. Frauen, die mehr als drei Portionen Erdbeeren und Heidelbeeren pro Woche aßen, hatten in NHS II tendenziell ein geringeres Herzinfarktrisiko als jene, die kaum oder gar keine Beeren aßen (Risikoreduktion: 34 Prozent).

Warum gerade Beeren vor einem Herzinfarkt schützen, ist noch nicht eindeutig geklärt. Für die zur Gruppe der Flavonoide zählenden Anthocyane konnten experimentell kardioprotektive Effekte nachgewiesen werden, so etwa antiinflammatorische und Plaque-stabilisierende Wirkeigenschaften. (VS)

[22.01.2013, 11:45:35]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Mit Beeren einen Bären aufbinden?
Halt, Stopp, so einfach geht es nicht. Zum einen sind Fragen nach Ernährungsgewohnheiten i m m e r retrospektiv, da man schlecht eruieren kann, was Befragte in den nächsten 4 Jahren zu essen gedenken w e r d e n. So auch in der vorliegenden Studie mit 93.600 Frauen im Alter von 25 bis 42 Jahren, die zu Studienbeginn gesund waren („Nurses‘ Health Study II“ seit 1989). Deren Nahrungsaufnahme an Anthocyaninen und anderen Flavinoiden bzw. ihr Herzinfarkt-Risiko wurden in einem 18 Jahre andauernden „Follow-Up“ mit (retrospektiven) Fragebögen zu Nahrungsmittel-Häufigkeiten alle 4 Jahre errechnet, validiert und über eine aktualisierte Datenbank des US-Landwirtschaftsministeriums abgeglichen. [„We followed up 93 600 women 25 to 42 years of age from the Nurses’ Health Study (NHS) II who were healthy at baseline (1989) to examine the relationship between anthocyanins and other flavonoids and the risk of MI. Intake of flavonoid subclasses was calculated from validated food-frequency questionnaires collected every 4 years using an updated and extended US Department of Agriculture database.”] – Zum anderen, weil ein verringertes Herzinfarkt-Risiko n u r bei anthocyanin-reichen Nahrungsmitteln wie Blau- und Erdbeeren mit z w e i Portionen pro Woche erreicht wurden. Seltenerer Beerenkonsum, aber auch mehr als 3 Portionen pro Woche senkten die Infarkthäufigkeit nicht. Andere Flavinoid-Untergruppen zeigte keine signifikante Assoziation mit dem Herzinfarktrisiko. [„Combined intake of 2 anthocyanin-rich foods, blueberries and strawberries, tended to be associated with a decreased risk of MI (hazard ratio, 0.66; 95% confidence interval, 0.40–1.08) in a comparison of those consuming >3 servings a week and those with lower intake. Intakes of other flavonoid subclasses were not significantly associated with MI risk.”] –

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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