Ärzte Zeitung, 03.04.2013

Kommentar zur Statin-Studie

Keine Cholesterin-Kosmetik

Von Beate Schuhmacher

Zu hohe Cholesterinwerte medikamentös zu senken lohnt sich nachweislich auch bei weitgehend gesunden Menschen. Einem aktuellen Cochrane-Review zufolge werden durch die primärpräventive Behandlung mit Statinen sowohl Morbidität als auch Mortalität vermindert.

Wie groß die absolute Risikoreduktion ausfällt, hängt vom kardiovaskulären Gesamtrisiko eines Patienten ab. Wer ohnehin ein geringes Risiko für ein Koronarereignis hat, wird entsprechend selten von einer Statintherapie profitieren. Umso befremdlicher ist es, dass drei von vier US-amerikanischen Ärzten angeben, dass sie bei einem LDL-Cholesterin von 180 mg/dl auch ohne weitere Risikofaktoren ein Statin verordnen würden.

Eine solche Therapie ist durch Leitlinien nicht gedeckt. Sie verursacht nicht nur unnötige Kosten, im schlechtesten Fall wird sie auch mit Nebenwirkungen bezahlt. Bei der Statintherapie darf es nicht darum gehen, Cholesterin-Kosmetik zu betreiben, es muss darum gehen, das kardiovaskuläre Risiko zu senken. Deswegen müssen Ärzte primär das Gesamtrisiko und nicht den einzelnen LDL-Cholesterinwert im Auge haben.

Lesen Sie dazu auch:
Herzinfarkt vorbeugen: Werden Statine oft zu schnell verordnet?

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Welche Stoffe in Energy-Drinks wirken auf Herz und Kreislauf?

Energy-Drinks haben eine durchschlagende Wirkung: Es kommt zu signifikanten Verlängerungen des QTc-Intervalls, und der systolische Blutdruck ist erhöht. Möglicherweise ist dafür nicht nur das Koffein verantwortlich. mehr »

Das war der Ärztetag 2017 in Bildern

Das war er nun, der 120 Ärztetag in Freiburg. Unsere Bildergalerie zeigt die schönsten, spannendsten Momente des viertägigen Kongresses. mehr »

Grünes Licht für GOÄ-Reformprozess

Der Deutsche Ärztetag hat den Verhandlungsführern für die GOÄ-Reform am Donnerstagabend grünes Licht für den weiteren Novellierungsprozess gegeben. mehr »