Ärzte Zeitung, 14.03.2005

Sensoren schlagen Alarm, bevor Herzinsuffizienz entgleist

Meßgerät zur Überwachung der kardialen Hämodynamik bewährt sich in Studie / 22 Prozent weniger durch Herzinsuffizienz bedingte Ereignisse

ORLANDO (ob). Ein neuer Ansatz für eine bessere medizinische Versorgung von Patienten mit Herzinsuffizienz ist jetzt erstmals erfolgreich getestet worden. Mit Hilfe eines implantierten Sensorsystems wird dabei kontinuierlich die kardiale Hämodynamik überwacht. Dies ermöglicht es, bei sich abzeichnenden Störungen sehr früh therapeutisch zu intervenieren.

Der vom Unternehmen Medtronic entwickelte implantierbare hämodynamische Monitor (IHM) gleicht einem kleinen Schrittmacher und wird im oberen Brustbereich subkutan implantiert. Eine Sensorelektrode wird im rechten Ventrikel plaziert. Auf diese Weise können intrakardialer Druck, Körpertemperatur und Herzfrequenz kontinuierlich aufgezeichnet werden. Damit eröffnet sich die Möglichkeit, eine Verschlechterung der kardialen Hämodynamik zu erkennen, noch bevor der Patient sie verspürt. Durch rechtzeitige Maßnahmen wie Änderung der Medikation läßt sich so eine Dekompensation der Herzinsuffizienz möglicherweise verhindern.

Eine Forscherteam um Dr. Robert Bourge aus Birmingham im US-Bundesstaat Alabama hat dieses neue Meßgerät nun erstmals in einer randomisierten Studie bei 274 Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz (NYHA III/IV) auf seinen klinischen Nutzen hin untersucht. Alle Patienten erhielten das Sensorsystem und übermittelten die Meßdaten einmal wöchentlich an ein Team von erfahrenen Herzinsuffizienz-Spezialisten. Nur bei 134 Patienten wurden diese Daten allerdings auch tatsächlich begutachtet und als Grundlage für Therapieentscheidungen genutzt. Die übrigen 140 Patienten bildeten die Kontrollgruppe. Die Beobachtungsdauer betrug sechs Monate.

In dieser Zeit war die Zahl der durch Herzinsuffizienz bedingten Ereignisse (Klinikaufenthalt, Vorstellung in einer Notfallambulanz) in der mit dem Sensorsystem überwachten Gruppe um 22 Prozent niedriger als in der Kontrollgruppe, berichtete Bourge beim Kongreß des American College of Cardiology (ACC) in Orlando in Florida.

In der Subgruppe mit Herzinsuffizienz im NYHA-Statium III (85 Prozent aller Studienteilnehmer) wurde bei den Patienten mit kontinuierlicher Kontrolle der kardialen Hämodynamik eine signifikant um 41 Prozent geringere Ereignisrate beobachtet. Auch der Anteil der Patienten mit funktioneller Verschlechterung war in dieser Gruppe signifikant geringer (33 versus 51 Prozent).

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