Kardiologie

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Modul: Diabetes und Herzinsuffizienz – Update 2017

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Ärzte Zeitung, 20.04.2005

Zu wenig Risikopatienten erhalten ICD-Systeme

Cardioverter / Defibrillatoren punkteten in Studie

MANNHEIM (Rö). Patienten, die nach einem Herzinfarkt eine linksventrikuläre Auswurffraktion von unter 30 Prozent haben, sind besonders gefährdet, am plötzlichen Herztod zu sterben. Diese Gefährdung verringert sich nach den Ergebnissen der MADIT-II-Studie durch die Implantation eines Cardioverters / Defibrillators (ICD) eindeutig.

Dennoch erhält derzeit nur jeder fünfte dieser Patienten eine solche Therapie. Dieses Ergebnis hat eine neue Studie zur Versorgungsforschung in Deutschland gebracht, die bei einer Veranstaltung von Guidant beim Kardiologenkongreß in Mannheim vorgestellt worden ist.

    In Deutschland werden jetzt Therapiedaten zentral erfaßt.
   

Wie Professor Heinz Völler von der Klinik am See in Rüdersdorf bei Berlin berichtete, ist das Ziel des Prevention of Sudden Cardiac Death II (PreSCD II)-Registers, für Deutschland Daten zur Prävalenz und Versorgungssituation von Patienten mit einem hohen Risiko für einen plötzlichen Herztod zu erheben. In der dreijährigen Beobachtung werden zudem die gewählten Therapieverfahren und die Prognose der Patienten erfaßt.

Bisher wurden die Daten von etwa 9800 Patienten in das Register aufgenommen. Wie diese Daten belegen, wird die medikamentöse Therapie heute sehr gut genutzt. So erhielten 90 Prozent einen ACE-Hemmer, 95 Prozent einen Betablocker und jeweils 96 Prozent ein Statin und einen Thombozytenfunktions-Hemmer.

Nach ihrer linksventrikulären Auswurffraktion wurden die Patienten in Gruppen eingeteilt. Nur 2,5 Prozent der Patienten hatten weniger als 30 Prozent. Der Prozentsatz ist damit geringer als bisher angenommen. Betroffene profitieren besonders von einem ICD: Nach Ergebnissen der MADIT-II-Studie ist die Überlebensrate von Patienten mit einer Auswurffaktion von unter 30 Prozent, wenn ihnen ein ICD eingepflanzt wird, nach vier Jahren um 31 Prozent höher als bei konservativer Therapie.

Die Aufnahme der Patienten in die Studie ist nahezu beendet. Daten zur Prognose werden ab April 2008 vorliegen. Bereits jetzt ist klar, daß anders als bei der medikamentösen Therapie bei der ICD-Implantation Zurückhaltung geübt wird. Nur jeder Fünfte mit einer Auswurffraktion unter 30 Prozent hat einen solchen potentiellen Lebensretter erhalten.

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