Ärzte Zeitung, 06.09.2005

Betablocker zum Start bei Herzinsuffizienz geeignet

Prognose beim Therapiestart mit Bisoprolol ist ähnlich gut wie bei Start mit dem ACE-Hemmer Enalapril

STOCKHOLM (Rö). Der Beginn mit einer Betablocker-Therapie ist bei chronischer Herzinsuffizienz so vielversprechend wie der Beginn mit einem ACE-Hemmer. Dies belegen Ergebnisse der ersten Vergleichsstudie zu den beiden Therapien.

Sowohl Betablocker als auch ACE-Hemmer bessern bei chronischer Herzinsuffizienz die Prognose. Aus historischen Gründen wird meist mit einem ACE-Hemmer begonnen. In der Cardiac Insufficiency Bisoprolol Study (CIBIS) III sind nun erstmals als Einstieg eine Betablocker-Therapie, hier mit Bisoprolol, und eine ACE-Hemmer-Therapie, hier mit Enalapril, verglichen worden.

An der Studie nahmen 1010 Patienten mit einer Herzinsuffizienz in den NYHA-Stadien II und III und einer Auswurffraktion unter 35 Prozent teil. Sie erhielten sechs Monate lang eine Monotherapie mit Bisoprolol und danach weitere 18 Monate zusätzlich Enalapril oder umgekehrt, zuerst Enalapril und dann zusätzlich Bisoprolol. Das hat Dr. Ronnie Willenheimer aus Malmö in Schweden beim europäischen Kardiologen-Kongreß in Stockholm berichtet.

Die Zieldosis für Bisoprolol lag bei 10 mg täglich, die für Enalapril bei 20 mg täglich. Die wichtigsten Ergebnisse: Nach 24 Monaten wurde der kombinierte primäre Endpunkt Tod oder Klinik-Einweisung bei 178 Patienten festgestellt, die mit Bisoprolol begonnen hatten, und bei 186, die mit Enalapril begonnen hatten.

Es starben 65 Patienten aus der Gruppe derer, die den Betablocker zuerst genommen hatten, und 73 Patienten von denen, die mit dem ACE-Hemmer angefangen hatten. Dieser leichte Trend zugunsten des Betablockers war statistisch nicht signifikant. In der Gruppe, die mit dem Betablocker begann, mußten 151 Patienten in einer Klinik behandelt werden, in der Enalapril-Gruppe 157 Patienten.

Am Ende der Monotherapie-Phase waren 23 Patienten aus der Bisoprolol-Gruppe gestorben und 32 aus der Enalapril-Gruppe. Auch dieser Trend zugunsten des Betablockers war statistisch nicht signifikant.

Kardiologen nennen zwei Gründe dafür, daß es Sinn macht, die Therapie mit einem Betablocker anzufangen. Zu Beginn der Herzinsuffizienz tritt der Tod oft durch Rhythmusstörungen ein, denen Betablocker entgegenwirken. Und die Anregung des Renin-Angiotensin-Systems, denen ein ACE-Hemmer entgegenwirkt, erfolgt dagegen meist erst in einem späteren Stadium.

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