Ärzte Zeitung, 30.11.2006

Statine verlängern Leben bei Herzinsuffizienz

Analyse der Daten von 24 000 Patienten / Rate von Klinikeinweisungen bei Statin-Therapie um 21 Prozent reduziert

OAKLAND (Rö). Eine große Analyse von Daten zur Therapie bei Herzinsuffizienz liefert jetzt ein überraschendes Ergebnis: Patienten, die ein Statin einnehmen, leben länger als Patienten ohne ein solches Präparat. Außerdem müssen Patienten mit Statin-Therapie seltener ins Krankenhaus als Patienten ohne ein solches Medikament.

Für die Analyse wurden die Daten von etwa 24 000 Patienten mit Herzinsuffizienz ausgewertet. Alle hatten vor der Diagnose Herzinsuffizienz kein Statin genommen. Die Hälfte der Patienten hatte nach der Diagnose mit einer Statin-Therapie begonnen. Das hat Dr. Alan S. Go von Kaiser Permanente of Northern California, einer großen US-Krankenversicherung, jetzt berichtet (JAMA 296, 2006, 2105).

    Lipid-Senkung allein erklärt die positiven Effekte nicht.
   

Die Ergebnisse: Mit einer Statin-Therapie starben jährlich im Schnitt 14,5 Prozent der Patienten, ohne Statin-Therapie waren es 23,5 Prozent. Wurden Faktoren wie das Alter mit berücksichtigt, war die Sterberate mit dem Statin um 24 Prozent reduziert, und die Rate an Krankenhausbehandlungen wegen Herzinsuffizienz war mit Statin um 21 Prozent niedriger als ohne. Hier betragen die Absolutwerte nach Altersadaption 21,9 im Vergleich zu 31,1 pro 100 Personenjahre.

Für die Analyse wurden nicht nur Daten von Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz ausgewertet. Ein erheblicher Teil der Patienten hatte ein mildes oder moderates Stadium der Krankheit.

Bei der Analyse wurde auch berücksichtigt, welche Medikation die Herzinsuffizienz-Patienten insgesamt erhalten hatten. Daraus ergibt sich, daß die bessere Prognose der Patienten mit Statin nicht damit zu erklären war, daß sie insgesamt intensiver behandelt waren.

Studienleiter Go vermutet, daß Effekte der Statine, die über die Cholesterinsenkung hinausgehen, sich vorteilhaft ausgewirkt haben. Dies sind eine Verringerung der endothelialen Dysfunktion und die antientzündliche Wirkung.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »