Ärzte Zeitung, 10.11.2009

Herzschwäche bei Diabetes erfordert sofort Angiografie

Rasche PTCA kann Patienten Herzinfarkt ersparen

BERLIN (gvg). Wenn sich bei Diabetikern Hinweise auf eine Herzinsuffizienz zeigen, dann ist eine Abklärung des Koronarstatus oberstes Gebot. Denn die Gefahr für einen Herzinfarkt bei diesen Patienten ist enorm hoch.

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"Wer zuckerkrank ist und Symptome einer Herzinsuffizienz zeigt, bei dem sollte schleunigst die Herzfunktion untersucht werden", betonte Professor Erland Erdmann von der Klinik III für Innere Medizin der Universität Köln. Bestätige sich in Echo oder MRT, dass das Herz schlecht pumpt, dann sollte ohne Verzögerung eine Koronarangiografie angefordert werden, sagte Erdmann zur "Ärzte Zeitung" aus Anlass der von der Deutschen Herzstiftung veranstalteten bundesweiten Herzwochen. Der Grund: Diabetiker sind von den Koronargefäßen her extrem gefährdet.

"Es gibt neue Daten, die zeigen, dass die Herzinfarkt-Sterberate bei Diabetikern mit symptomatischer Herzinsuffizienz innerhalb eines Jahres bis zu 30 Prozent beträgt", so Erdmann. Dazu komme, dass Diabetiker oft gar keine oder nur schwach ausgeprägte Infarktsymptome haben. Mit anderen Worten: Wenn nicht schnell gehandelt wird, kann es für einen Teil der Patienten schon zu spät sein. "Durch eine frühe Rekanalisierung von atherosklerotisch veränderten Gefäßen können kardiovaskuläre Ereignisse verhindert werden, die für die Patienten unter Umständen tödlich sind", so Erdmann.

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Viele Patienten mit Herzinsuffizienz bekommen noch nicht die optimale Therapie

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