Ärzte Zeitung online, 06.01.2010

Neue Ursache für Herzschwäche entdeckt

DRESDEN (dpa). Forscher des Dresdner Universitätsklinikums und des Max-Delbrück-Centrums für molekulare Medizin Berlin haben eine neue Ursache für Herzschwäche entdeckt. Die Ärzte stießen auf ein von Fettzellen produziertes Hormon, das für Herzerkrankungen verantwortlich sein kann.

Neue Ursache für Herzschwäche entdeckt

Ein von Fettzellen produziertes Hormon schädigt das Herz.

Foto: © Sebastian Kaulitzki / fotolia.de

Sie wollen nun einen Hemmer entwickeln, der das Protein namens FABP4 daran hindere, sich an Herzmuskelzellen zu binden, wie die TU Dresden am Mittwoch mitteilte.

Bei der Studie wurde eine direkte Auswirkung von FABP4 auf das Herz nachgewiesen. Fettgewebe funktioniere wie eine Drüse, es produziere Hormone, die ins Blut abgegeben würden und von dort zum Herzmuskel gelangten, hieß es in der Mitteilung. FABP4, dessen Produktion bei Übergewichtigen erhöht sei, komme vermutlich bei der Schädigung des Herzens eine Schlüsselfunktion zu.

http://mk3.uniklinikum-dresden.de

Lesen Sie dazu auch:
Molekularer Schalter für Herzschwäche entdeckt

[07.01.2010, 14:52:56]
Dr. Nabil Deeb 
Lipoproteinstoffwechselstörungen & die genetische Disposition der koronaren Herzkrankheiten !





Nabil DEEB
Arzt – Physician – Doctor
PMI-Registered Doctors'Association
53140 Bonn / GERMANY




Die genetische Disposition der KHK :-


Die genetische Disposition der KHK hat in den meisten Fällen keine monogene Basis, wie z.B. bei der familiären Hypercholesterinämie oder dem familiären Liganden Defekt APOB 100, sondern ist meist multifaktoriell bedingt mit polygener Basis.

Die unterschiedliche genetische Disposition der KHK kann dabei durch unterschiedliche Varianten (Mutation
oder Polymorphismus) der entsprechend für die Atherosklerose wichtigen Gene erklärt werden. Mutationen
mit konsekutiver Mortalität oder starker Morbidität bei Heterozygotie (autosomal dominante Erbgänge),
werden durch evolutionäre Selektion in ihrer Prävalenz niedrig gehalten.

Genetische Polymorphismen sind primär nichts anderes als unterschiedliche Nukleotidsequenzen in einem
Genabschnitt ohne zunächst einen eindeutig zuzuordnenden Phänotyp bzw. ohne eine eindeutig zuzuordnen der Erkrankung. Dabei ist zu beachten, dass das individuelle Genom zu 99% identisch ist und in nur etwa 1‰
polymorphe Regionen vorliegen (i.d.R. SNP), wobei man von ca. 2–3 Millionen SNPs in Introns, Exons, regulatorischen und intergenen Bereichen ausgeht. Ein zentrales wesentliches Problem der Analyse genetischer Faktoren der KHK besteht bis heute darin, dass wir nicht wissen,welche und wieviel Gene die
genetische Disposition der KHK verursachen; d.h. wir wissen auch nicht, welche Gene getestet werden müssten,um die genetische Disposition für die KHK einigermaßen vollständig zu erfassen.


Pathophysiologie und Kandidatengene :-

Das derzeitige pathophysiologische Konzept der Atherosklerose geht von einer initialen Endothelläsion mit konsekutiver Dysfunktion durch unterschiedliche Noxen aus .Die weitere Pathogenese ist ein komplexes Zusammenspiel aus extrazellulärer Deposition modifizierter Lipoproteine, inflammatorischer Reaktion sowie der Synthese von extrazellulärer Matrix in der Gefäßwand. Zur Zeit wird der Inflammation eine führende Rolle zugesprochen.

Durch Endothelläsionen werden desweiteren Thrombozyten aktiviert. Im Extremfall, der sogenannten Plaqueruptur, führt die luminale Exposition von extrazellulärer Matrix über Aktivierung des Gerinnungssystems zur Gefäßthrombose und somit zum klinischen Bild der instabilen Angina pectoris bzw. des Myokardinfarktes .
Diese Stoffwechselschritte werden von einer Vielzahl von Genen kontrolliert, von denen genetische Variationen bekannt sind.

Als mögliche Kandidatengene kommen nun Gene in Frage, für die unterschiedliche Allele existieren, die z.B. aufgrund einer Veränderungen der Struktur des Genprodukts oder dessen Expression die Krankheitsentstehung der KHK beeinflussen könnten.


ACE-Hemmern und AT1- Rezeptor Blockern bei Herzinsuffizienz :-

Der vorteilhafte Effekt von ACE-Hemmern und AT1- Rezeptor Blockern bei Herzinsuffizienz und nach Myokardinfarkt ist zumindest teilweise unabhängig von der Blutdrucksenkung zu sehen. Es entstand die These, dass Angiotensin II nicht nur in der Zirkulation, sondern auch lokal im Herzgewebe gebildet wird. Es folgten Studien, die die kardiale Angiotensin II- Bildung untersuchten. Diese nutzten Infusionen von radioaktiv markiertem Angiotensin II, um aus dem Plasma aufgenommenes von lokal synthetisiertem Angiotensin II differenzieren zu können. Es zeigte sich, dass Angiotensin II im Herz tatsächlich zu großen Teilen lokal generiert wird, sowohl unter physiologischen, als auch unter pathophysiologischen Bedingungen [van Kats et al.2000; Jan Danser und Saris 2002].


CTGF :-

Das Protein Connective Tissue Growth Factor (CTGF) im Herzen , schützt zunächst vor Herzinsuffizienz , begünstigt aber langfristig die Entstehung einer Herzinsuffizienz. Ein erhöhter CTGF-Wert könnte auch beim Menschen als Hinweis auf eine drohende Herzinsuffizienz deuten .


FABP4 :-
Die Dresdener Kollegen konnten das Adipozytäre Fettsäure-bindende Protein (adipocyte fatty acid binding protein) mit Namen FABP4.
FABP4 bindet an die Oberflächenrezeptoren der Herzmuskelzellen und schädigt direkt die Herzmuskelfunktion, indem es den intrazellulären Kalziumspiegel senkt, so die Medizinerin. Es ist bereits bekannt, dass Menschen mit Übergewicht einen deutlich höheren Spiegel an FABP4 im Blut haben, als Menschen mit Normalgewicht. Die Dresdener Kollegen konnten die direkte Auswirkung von FABP4 auf das Herz nachweisen.
Die Dresdener Kollegen wollen nun einen Hemmer entwickeln, der FABP4 daran hindert, sich an Herzmuskelzellen zu binden. Damit wäre es möglich, eine neue Zusatz-Therapie zu entwickeln, die eine der Ursachen der Herzinsuffizienz bei Übergewicht direkt mitzubehandeln.


Die Transkription von Polypeptiden kodierenden Gene erfolgt durch die RNA-Polymerase II : Die Transkriptionsfaktoren haben große Bedeutung in der Endokrinologie , Infektabwehr u.a.m..



Lipoproteinstoffwechselstörungen & die koronaren Herzkrankheiten :-

Der Zusammenhang zwischen der Höhe des Cholesterinspiegels und dem Auftreten einer koronaren wurde bereits in der Framingham-Studie bereits oft belegt. Aus den epidemiologischen Daten ergab sich ein günstiger Effekt niedrigerer Cholesterinspiegel auf das kardiovaskuläre Risiko, welcher schließlich durch Interventionsstudien belegt wurde. In Anbetracht der großen Prävalenz von Fettstoffwechselstörungen nimmt deren Therapie einen breiten Raum in der ärztlichen Betreuung ein. Zum Verständnis der differenzierten Behandlung sind jedoch Kenntnisse der Physiologie des Fettstoffwechsels notwendig.

1. Pathophysiologie :-

Prinzipiell werden das Serumcholesterin mit seinen Fraktionen HDL- und LDL-Cholesterin sowie die Triglyzeride zur Bewertung des Risikos und der Effektivität einer eingeleiteten Therapie herangezogen.

Cholesterin als essenzieller zellulärer Bestandteil und Vorstufe von Steroidhormonen wird in überwiegendem Maß vom Körper selbst und hier vor allem in der Leber produziert. Das mit der Nahrung zugeführte Cholesterin macht nur ca. 15% des zirkulierenden Cholesterins aus, was bereits die limitierte Wirkung einer reinen diätetischen Intervention erklärt. Die Triglyzeride werden mit der Nahrung resorbiert, sodass ihr Spiegel gut mit der zugeführten Fettmenge korreliert.


Die pathologische Fettspeicherung mit Schaumzellbildung, Faserbildung und Induration durch gesteigerten Lipoprotein- und Fibrinogeneinstrom beschleunigen die Akkumulation eines cholesterinhaltigen Detritus, die bindegewebige Intimaverdickung und die Ausbildung eines Fibroatheromatösen Plaques.
Diese Plaques können über Jahre im stabilen Stadium verharren, ohne dass es zum Myokardinfarkt ( MI ) kommt. Vermutlich durch Entzündungsprozesse ausgelöst können diese Plaques aufbrechen und sich der Inhalt in das Gefäßinnere entleeren, das daraufhin durch die zusätzliche Thrombusbildung den Verschluss der Koronararterie - den AMI - verursacht. Infolge der plötzlich unterbrochenen Sauerstoffversorgung stirbt das nachfolgende Myokard ab und ist später als bindegewebige Narbe erkennbar. Bei einem MI kann es je nach Lokalisation und Ausdehnung aber auch schon innerhalb von Sekunden zum plötzlichen Herztod kommen.



Die Therapie von Hyperlipidämien :-

Die Therapie von Hyperlipidämien ist ein höchst effizientes Mittel, um atherosklerotische Ereignisse zu reduzieren. Die beste wissenschaftliche Evidenz liegt für die Anwendung von Statinen vor. Durch den differenzierten Einsatz der zur Verfügung stehenden Medikamente in Kombination mit lebensstilmodifizierenden Maßnahmen gelingt eine deutliche Verbesserung des atherogenen Lipidprofils, wie es in zunehmendem Maße bei einer Reihe von Erkrankungen wie z.B. dem metabolischen Syndrom vorliegt. Für eine effektive Therapie sind jedoch Kenntnisse der Pathogenese von Lipidstoffwechselstörungen sowie der Wirkweise der einzelnen Substanzklassen unbedingt notwendig.

Die Stockholm Ischaemic Heart Disease Study zeigte eine Senkung der Sterblichkeit durch die Kombination von Nikotinsäure und Clofibrat, das Coronary Drug Project zeigte eine Senkung der Inzidenz von Myokardinfarkten und der Sterblichkeit mit einer Nikotinsäure-Monotherapie. Subgruppenanalysen in dieser Studie zeigten eine besonders deutliche Wirkung der Nikotinsäuretherapie auf das kardiovaskuläre Risiko bei Patienten mit Diabetes (also bei jenen Patienten, die typischerweise das Lipidmuster von niedrigem HDL-Cholesterin und hohen Triglyzeriden aufweisen, welches durch Nikotinsäure verbessert wird).

Die VA-HIT-Studie gibt Evidenz für eine kardiovaskuläre Risikoreduktion durch eine HDL-steigernde Therapie mit Gemfibrozil.


Störungen des Lipidstoffwechsels :-

Die Assoziation zwischen hohen Serum-Cholesterinwerten und der koronaren Herzkrankheit (KHK), deren Prävalenz und sekundäre Mortalität mit zunehmendem Alter steigt, ist an sich wissenschaftlich gut gesichert. Bei geriatrischen Patienten ist das prädiktive Risiko für die Entwicklung einer KHK bedingt durch eine Hypercholesterinämie bis dato jedoch unklar.

Die häufigsten Lipoproteinstoffwechselstörungen sind die Hypercholesterinämie, die Hypertriglyceridämie, die Hypoalphalipoproteinämie und hohe Lipoprotein-a-Serumspiegel Lp(a). Betreffend ihre Prävalenz sind die Hypoalphalipoproteinämie und Hypercholesterinämien im hohen Alter seltener, da beide mit einer hohen Letalität verbunden sind und die betroffenen Patienten schon vorzeitig an den Folgen der Lipidstoffwechselstörung versterben. Der Wert einer cholesterinsenkenden Therapie als Primärprävention für kardiale Ereignisse und eine damit verbundene Verbesserung der individuellen Lebensqualität wird derzeit heftig diskutiert.
Manche Studien propagieren auch im Alter einen unmittelbaren Zusammenhang des Auftretens kardialer Ereignisse mit der Hypercholesterinämie, andere Studien diskutieren eine u-förmige Korrelation hoher und auch sehr niedriger Cholesterinwerte mit der Prävalenz kardiovaskulärer Sekundärereignisse. Ähnlich werden diese Korrelationen für das Auftreten eines Schlaganfalls gesehen: Hohe Serum-Cholesterinspiegel sind mit einem hohen Risiko für das Auftreten von ischämischen Insulten verbunden, niedrige Serum-Cholesterinspiegel scheinen für das Auftreten von hämorrhargischen Insulten zu prädisponieren. Daneben finden sich im Alter auch geschlechtsspezifische Unterschiede: Die kardiale Mortalitätsrate ist am niedrigsten bei einem Serum-Gesamtcholesterin von 215mg/dl (5,55mmol/l) bei betagten Männern und bei Werten von 270 bis 280mg/dl (sieben bis 7,25mmol/l) für alte Frauen.


Lp(a)-Lipoprotein und KHK :-

Lp(a) Lipoprotein , Lp (a) , hat sich zu einem etablierten, unabhängigen, aber moderat Risikofaktor für die Entwicklung von KHK. Der Blutspiegel von Lp (a) ist weitgehend durch den LPA Gen kontrolliert . Die Auswirkungen der LPA-Gen auf das Risiko der KHK sind weniger gut begründet Die Größe dieser Effekte ist mäßig stark und machen es schwierig.. Die moderate Wirkung von Lp (a) auf Herz-Kreislauf-Risiko sowie die Schwierigkeiten bei der Senkung der Lp (a) im Blut macht es weniger nützlich in der Praxis der Medizin und in der öffentlichen Gesundheit.


Literatur :-
1.- Ross R. Atherosclerosis – an inflammatory disease. N Engl J Med 1999;340:115 126. ;
2. Fuster V. Elucidation of the role of plaque instability and rupture in acute coronary events. Am J Cardiol 1995;76:24C 33C .
3.- Lipoprotein(a): a causal independent risk factor for coronary heart disease? Gudnason V. ; Curr Opin Cardiol. 2009 Sep;24(5):490-5 . ;
4.- Rest der Literatur beim Verfasser .



Mit freundlichen kollegialen Grüßen

Ihr

Nabil DEEB
Arzt – Physician – Doctor
PMI-Ärzteverein e.V.
Palästinamedico International Ärzteverein – ( P M I ) e.V.
Department of Medical Research
Département de la recherche médicale
P.O. Box 20 10 53
53140 Bonn – Bad Godesberg
/ GERMANY

&

Nabil DEEB
Arzt – Physician – Doctor
PMI-Ärzteverein e.V.
Palästinamedico International Ärzteverein – ( P M I ) e.V.
Department of Medical Research
Département de la recherche médicale
P.O. Box 10 01 35
53439 Bad Neuenahr
GERMANY

e.mail: doctor.nabil.deeb.pmi.germany@googlemail.com

or

e.mail: doctor.nabilabdulkadirdeeb@googlemail.com

 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Antibiotika gegen Rückenschmerzen

Verursachen Bakterien heftige Bandscheiben-Beschwerden? Für Forschungen zur Behandlung von Rückenschmerzen mit Antibiotika wurde jetzt der Deutschen Schmerzpreis verliehen. mehr »

QuaMaDi wird fortgesetzt

Aufatmen im Norden: KV und Kassen haben sich auf den Fortbestand des Brustkrebsfrüherkennungsprogramm QuaMaDi geeinigt. mehr »

Ethikrat sucht nach dem goldenen Mittelweg

Wann ist eine medizinische Zwangsbehandlung fürsorglicher Schutz, wann ein unangemessener Eingriff? Diesen Fragen widmet sich aktuell der Deutsche Ethikrat. mehr »