Kardiologie

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Ärzte Zeitung online, 01.06.2010

Herzinsuffizienz: Mini-Implantat reduziert Klinikeinweisungen

BERLIN (gvg). Mit Hilfe eines neuartigen Implantats, das den pulmonalarteriellen Druck misst, kann die Hospitalisierungsrate bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz verringert werden. Ersten Daten der CHAMPION-Studie zufolge gab es rund ein Drittel weniger Klinikeinweisungen.

Herzinsuffizienz: Mini-Implantat reduziert Klinikeinweisungen

Hoffnung für Patienten mit einem schwachen Herzen: Ein neuartiges Implantat kann durch eine bessere Druckmessung die Zahl der Klinikeinweisungen reduzieren.

© Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

Die neuen Daten wurden beim Kongress Heart Failure 2010 der European Society of Cardiology (ESC) in Berlin vorgestellt. Die CHAMPION-Studie ist eine randomisierte kontrollierte Studie bei insgesamt 550 Patienten mit Herzinsuffizienz im Stadium NYHA III, die im Jahr vor der Studie mindestens einmal wegen Herzinsuffizienz im Krankenhaus gewesen sein mussten.

Evaluiert wurde ein neuartiges Implantat von der Größe einer Büroklammer, das per Rechtsherzkatheter in einer Pulmonalarterie im Bereich des unteren Lungenlappens platziert wird. Das CardioMEMS-System - so der Handelsname - nutzt Radiofrequenztechnologie, um die Resultate der Druckmessungen im Lungenkreislauf nach außen zu übermitteln. Eine eigene Batterie ist nicht notwendig. "Die Messungen des pulmonalarteriellen (PA) Drucks wurden zur Steuerung der Therapie genutzt", sagte Studienleiter William Abraham von der Ohio State University. Bisher wird das üblicherweise anhand der Parameter Körpergewicht, Luftnot und Ödembildung gemacht. Bei allen Studienteilnehmer wurde der Drucksensor implantiert, in der Kontrollgruppe allerdings nicht zur Messung genutzt.

Die Hypothese der CHAMPION-Studie war, dass die am PA-Druck ausgerichtete Steuerung der Herzinsuffizienz-Therapie der Therapiesteuerung anhand klinischer Parameter überlegen ist.

Dies war der Fall. Im Ergebnis gab es im Kontrollarm 120 Einweisungen wegen Herzinsuffizienz innerhalb von sechs Monaten (primärer Endpunkt). Im Studienarm mit PA-Druck-Messung waren es 30 Prozent weniger. Anhand der Daten aus der zum Teil längeren Nachbeobachtungszeit wurde errechnet, dass die Verringerung der Klinikeinweisungen innerhalb von zwölf Monaten mit 38 Prozent sogar noch deutlicher ausfiel. "Die Kurven trennen sich nach etwa drei Monaten und gehen dann kontinuierlich auseinander. Der Nutzen wird also größer", sagte Professor Philip Adamson vom Oklahoma Heart Center.

Keinen Unterschied zwischen den Gruppen gab es beim Gesamtüberleben. Wurde ein kombinierter Endpunkt aus den Ereignissen Tod jeglicher Ursache und Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz gebildet, lag die relative Risikoreduktion in der Gruppe mit aktivem Sensor-Monitoring bei signifikanten 28 Prozent.

Da der Drucksensort per Rechtsherzkatheter eingebracht werden muss, galt der Sicherheitsanalyse in Berlin naturgemäß große Aufmerksamkeit. Bei den 550 Studienteilnehmern gab es acht katheter- oder implantatassoziierte Komplikationen, die sich gleichmäßig auf beide Gruppen verteilten. "Diese Quote ist sehr niedrig", so Abraham. Fehlfunktionen der Sensorik traten in den ersten sechs Monaten überhaupt nicht auf. Weitere Daten der Studie, unter anderem zu Art und Umfang der vorgenommenen Therapiemodifikationen, sollen in den nächsten Monaten vorgestellt werden.

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