Ärzte Zeitung online, 09.08.2010

Häusliches Telemonitoring verbessert Prognose bei chronischer Herzinsuffizienz

MELBOURNE (ob). Durch eine telemedizinische Überwachung und Betreuung von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz lässt sich deren Prognose anscheinend erheblich verbessern: Nach Ergebnissen einer neuen Studienübersicht können so Gesamtmortalitäts- und Hospitalisierungsrate deutlich reduziert werden.

Häusliches Telemonitoring verbessert Prognose bei chronischer Herzinsuffizienz

Dr. med. Telemedizin: eine neue Cochrane-Auswertung zeigt nun Vorteile für Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz, wenn sie per Telemonitoring betreut werden.

© Yanik Chauvin / fotolia.com

Ein Forscherteam um Dr. Sally C Inglis aus Melbourne hat jetzt in der neuen "Cochrane-Metaanalyse" alle relevanten klinischen Studien zum Telemonitoring bei Herzinsuffizienz unter die Lupe genommen. Dabei unterschieden sie grob zwischen zwei Methoden des Telemonitorings.

In 16 für die Metaanalyse herangezogenen Studien - insgesamt waren daran 5613 Patienten beteiligt - wurden die Symptome in regelmäßigen Abständen erfasst und telefonisch per Selbstbericht vom Patienten übermittelt (strukturierte telefonische Betreuung). Telemonitoring im engeren Sinn fand in 11 Studien mit insgesamt 2710 Patienten statt: Hier wurden die regelmäßig erhobenen Vitalparameter wie Herzfrequenz, Gewicht oder Blutdruck per automatisierter oder patientengesteuerter elektronischer Übermittlung an den Arzt weitergeleitet. Die Beobachtungsdauer erstreckte sich über drei bis 18 Monate.

Wie die Gesamtanalyse der 11 Telemonitoring-Studien ergab, reduzierte die entsprechende telemedizinische Überwachung der Patienten die Gesamtsterberate signifikant um 34 Prozent im Vergleich zur Standardnachsorge. In den 16 Studien mit strukturierter telefonischer Betreuung war ein - allerdings nicht signifikanter - positiver Trend zu Abnahme der Gesamtmortalität um 12 Prozent zu erkennen.

Die Rate der durch Herzinsuffizienz bedingten Wiedereinweisungen in die Klinik wurde sowohl durch Telemonitoring im engeren Sinn als auch durch die strukturierte telefonische Betreuung jeweils signifikant um 21 Prozent respektive 23 Prozent reduziert.

Mehrere Studien kamen zudem zu dem Ergebnis, dass beide Telemonitoring-Methoden zu einer Verbesserung der Lebensqualität der Patienten beigetragen und darüber hinaus Kosteneffektivität bewiesen hatten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Metastasen

Immer mehr Männer mit Prostatakrebs in den USA haben schon bei der Diagnose Metastasen. Ihr Anteil hat sich fast verdoppelt. Auch die Inzidenz solcher Tumoren nimmt zu. mehr »

Deutsches Defizit

Diabetes-Prävention, Strategien gegen Polypharmazie, digitale Versorgungsangebote: Neue Initiativen gibt es zuhauf. Doch Patienten müssen davon wissen. Genauo daran hapert es aber. mehr »

"Einfache Ersttherapie ist für fast alle Patienten möglich"

Die antiretrovirale Therapie ist bei neu diagnostizierter HIV-Infektion stets angezeigt, und zwar unabhängig vom Stadium der Infektion oder der Helferzellzahl. mehr »