Donnerstag, 24. Mai 2012
Ärzte Zeitung online, 29.08.2010

Stammzelltherapie bei Herzschwäche senkt die Sterberate

Stammzelltherapie bei Herzschwäche senkt die Sterberate

Daten beim ECS-Kongress in Stockholm präsentiert

STOCKHOLM (ob). Eine intrakoronare Transplantation von autologen Stammzellen aus dem Knochenmark hat bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz nicht nur günstige funktionelle Effekte auf das Herz. In einer neuen Studie dokumentieren Kardiologen aus Düsseldorf auch eine Reduktion der Mortalität.

Stammzelltherapie bei Herzschwäche senkt die Sterberate

Mit Stammzellen gegen Herzinsuffizienz: Forscher aus Düsseldorf präsentierten vielversprechende Ergebnisse beim ESC-Kongress in Stockholm.

© imagebroker / imago

Ergebnisse dieser "STAR Heart" getauften Studie hat Professor Bodo E. Strauer beim Europäischen Kardiologenkongress vorgestellt. Seine Arbeitsgruppe hat im März 2001 erstmals einen Patienten nach einem Myokardinfarkt mit adulten Stammzellen behandelt.

An der jetzt in Stockholm präsentierten Studie waren 391 Patienten mit fortgeschrittener chronischer Herzinsuffizienz auf Basis einer systolischen Dysfunktion (Auswurffraktion ≤ 35 Prozent) beteiligt. Von diesen Studienteilnehmern sind 191 einer intrakoronaren autologen Stammzellbehandlung unterzogen worden. Weitere 200 Patienten mit ähnlich eingeschränkter linksventrikulärer Funktion bildeten die Kontrollgruppe.

In einem Beobachtungszeitraum von drei Monaten bis fünf Jahren stellten die Untersucher bei der gründlichen kardiologischen Untersuchung dieser Patienten deutliche funktionelle Verbesserungen in der Gruppe mit Stammzelltherapie fest. Diese Verbesserungen betrafen unter anderen Auswurffraktion, Belastungskapazität, Sauerstoffaufnahme und linksventrikuläre Kontraktilität.

Mehr noch: Im Laufe von Jahren wurde in der Gruppe mit der intrakoronaren Applikation von Knochenmarkzellen auch eine Reduktion der Mortalität im Vergleich zur Kontrollgruppe erkennbar, berichtete Strauer: In der Behandlungsgruppe starben innerhalb von fünf Jahren 7 Patienten, in der Kontrollgruppe waren in dieser Zeit 32 Todesfälle zu verzeichnen.

Für die Werte für die linksventrikuläre Ejektionsfraktion wurden beim ESC-Kongress folgende Zahlen genannt: Bei den Patienten, die Stammzellen erhielten, lag die Auswurffraktion zu Beginn bei 29,4 Prozent und stieg binnen fünf Jahren auf 36,8 Prozent. In der Kontrollgruppe sanken die Werte hingegen von 36,1 auf 32,3 Prozent.

Alle Artikel von ESC Kongress 2010 finden Sie auf unserer Sonderseite
| Share

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Kabinett schickt Patientenrechte auf die Reise

Die Bundesregierung hat das Patientenrechtegesetz auf den Weg gebracht. Während sich die Minister feiern, kommt Kritik von den Patientenvertretern. Ärzte können jedoch aufatmen. mehr »

Spahn und Lauterbach: Wettstreit um Gunst der Ärzte

Kräftemessen auf dem Ärztetag: Die führenden Gesundheitspolitiker Spahn und Lauterbach haben für ihre Konzepte zur Zukunft der Krankenversicherung geworben - die Reaktionen fielen unterschiedlich aus. Im Video-Interview erklärt Spahn, warum Politik manchmal unpopulär sein muss. mehr »

Organspende-Reform samt Daten-Skandal?

Still und leise wurde in der Organspende-Reform die Forschungsklausel aufgebohrt. Damit könnten persönliche Daten von Spendern und Empfängern an die Pharmaindustrie gelangen - und dass ohne Zustimmung der Betroffenen. Für die Opposition ein handfester Skandal. mehr »