Kardiologie

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Modul: Diabetes und Herzinsuffizienz – Update 2017

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Ärzte Zeitung online, 30.08.2010

Neues kaliumsenkendes Medikament sichert lebensrettende Therapie ab

Neues kaliumsenkendes Medikament sichert lebensrettende Therapie ab

Hyperkaliämie führt bisher oft zum Abbruch der Herzinsuffizienzbehandlung

STOCKHOLM (ein). Patienten mit Herzschwäche profitieren prognostisch von einer möglichst vollständigen Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems. Doch seit Aufnahme der ACE-Hemmer/AT1-Blocker und Aldosteronantagonisten in die Therapieleitlinien der Herzinsuffizienz nehmen Klinikeinweisungen wegen Hyperkaliämie zu.

Vor allem ältere Patienten mit Herzinsuffizienz und zusätzlichem Nierenschaden sind hier gefährdet. Nur eine Hyperkaliämie-Episode mit Serumwerten über 5,5 mmol/l verzehnfacht die Mortalität. Aus Furcht vor arrhythmischen Komplikationen werden gerade jenen Patienten, die von einer RAAS-Blockade am meisten profitieren, die lebensrettenden Medikamente mitunter vorenthalten, oder aber sie werden nicht ausreichend dosiert, beklagte der Kardiologe Professor Bertram Pitt von der University of Michigan Medical School in Ann Arbor in den USA.

Abhilfe soll nun ein neuartiges orales Medikament schaffen, welches Kalium intestinal bindet und sich derzeit in klinischer Entwicklung befindet (RLY5016, Relypsa). Auf dem europäischen Kardiologenkongress in Stockholm stellte Pitt eine erste placebokontrollierte Doppelblindstudie mit 104 Patienten vor, in der Wirksamkeit und Sicherheit der neuen Arznei in der Prävention von Hyperkaliämien unter leitliniengerechter Herzinsuffizienzbehandlung untersucht wurden. Eingeschlossen wurden Patienten, bei denen eine dokumentierte Hyperkaliämie zum Abbruch der Herzinsuffizienzbehandlung geführt hatte, oder Patienten mit Herz- und Nierenschwäche und hohen Kaliumserumwerten (4,3 bis 5,1 mmol/l). Alle Patienten wurden mit Spironolacton behandelt.

Der intestinale Kationen-Binder senkte effektiv die Kaliumwerte (4,48 versus 4,93 mmol/l). Gleichzeitig reduzierte er signifikant die Rate von Hyperkaliämien über 5,5 mmol/l (7 Prozent versus 25 Prozent), insbesondere bei Patienten mit zusätzlicher Nierenschwäche (7 Prozent versus 39 Prozent). Mehr Patienten der Verumgruppe konnten die volle Spironolacton-Dosis von 50 mg/d einnehmen (91 versus 74 Prozent). Nebenwirkungen waren leichtere gastrointestinale Beschwerden sowie Hypokaliämien bei sechs Prozent der Patienten.

Wenn diese Ergebnisse in größeren Studien bestätigt werden, dann könnten laut Pitt künftig mehr Risikopatienten mit Herz- und Nierenschwäche ihre prognostisch wirksame Behandlung in voller Dosis erhalten, ohne Hyperkaliämien befürchten zu müssen.

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