Ärzte Zeitung online, 11.02.2011

CRT bei Herzinsuffizienz: Frauen profitieren überraschend stark

ROCHESTER (ob). Bei Patienten mit Herzinsuffizienz und asynchronem kardialen Kontraktionsablauf werden Mortalität und Morbidität durch eine kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) deutlich reduziert. Nach Ergebnissen einer neuen Studie profitieren Frauen in überraschend starkem Maße von dieser Therapie.

Die kardiale Resynchronisationstherapie durch biventrikuläre Schrittmacherstimulation ist eine Option für Patienten mit Herzinsuffizienz, bei denen beide Ventrikel aufgrund von Störungen der Erregungsleitung ein asynchrones Pumpverhalten zeigen. Die Synchronisierung des gestörten Kontraktionsablaufs per Schrittmacher verbessert nicht nur Herzfunktion, Belastbarkeit und Lebensqualität, sondern verringert auch Gesamtsterberate und Klinikeinweisungen.

Die MADIT-CRT-Studie hat - ebenso wie die gerade publizierte RAFT-Studie - den Beleg erbracht, dass auch Patienten mit milden Symptomen einer Herzinsuffizienz von der Implantation eines CRT-Geräts mit Defibrillatorfunktion (CRT-D) stärker profitieren als von einer reinen Defibrillator-Therapie (ICD). Durch die CRT wurde im Laufe von 2,4 Jahren das Risiko für den primären Endpunkt (Todesfälle und Herzinsuffizienz-Ereignisse) signifikant ein Drittel reduziert. Entscheidend dafür war eine Abnahme von Herzinsuffizienz-Ereignissen um 41 Prozent.

Nach den Daten einer neuen Subanalyse der MADIT-Studie waren die 453 Frauen unter den 1820 Studienteilnehmern, gemessen an der Reduktion von Todesfällen und Klinikeinweisungen wegen Herzinsuffizienz, besondere Nutznießer dieser Therapie (J Am Coll Cardiol 2011; 57:813-820) .

Bei insgesamt 376 Teilnehmern kam es im Studienverlauf zu einem solchen Ereignis. Bei Frauen mit CRT war die Ereignisrate im Vergleich zu Frauen mit alleiniger ICD-Therapie erheblich niedriger (11 versus 29 Prozent). Auch bei Männern reduzierte die CRT-Behandlung im Vergleich zum ICD die Ereignisrate, aber in deutlich geringerem Maße (20 versus 25 Prozent). Die relative Risikoreduktion durch CRT im Vergleich zum ICD betrug bei Frauen 69 Prozent und bei Männern 28 Prozent.

Das Risiko für Herzinsuffizienz-Ereignisse wurde bei Frauen um 70 Prozent und bei Männern um 35 Prozent gesenkt. Frauen mit CRT profitierten auch von einer signifikanten Reduktion der Gesamtsterberate um 72 Prozent: Bei Männern gab es dagegen keinen entsprechenden Vorteil der CRT im Vergleich zur ICD-Therapie. Dazu passt, dass auch die echokardiografischen Befunde bei Frauen eine stärkere Abnahme struktureller Herzveränderungen ("reverse cardiac remodeling") als bei Männern zeigten.

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