Ärzte Zeitung online, 21.07.2011

Neue Gentherapie bei Herzmuskelschwäche

HEIDELBERG (dpa). Forscher aus Heidelberg und Philadelphia haben eine neue Gentherapie gegen systolische Herzinsuffizienz im Tierversuch getestet.

Das Verfahren sei zumindest beim Schwein sicher und effektiv, schreiben sie (Sci Transl Med 2011; 3: 92ra64). Dabei werde mit Hilfe von Viren ein Gen (S100A1) in den geschwächten Herzmuskel eingebracht.

Die Forscher haben die Technik am Schweineherzen erprobt, das in seiner Beschaffenheit dem Menschenherzen ähnelt. Nach drei Monaten hatten sich die Herzen der behandelten Tiere den Angaben zufolge deutlich erholt.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Wirkung anhält. "Auf der Basis dieser positiven Ergebnisse planen wir nun eine klinische Studie, bei der die Sicherheit der Therapie am Menschen getestet wird", sagte Professor Patrick Most, Leiter des Forschungsprojekts an der Heidelberger Universitätsklinik.

Damit könne in etwa zwei Jahren gerechnet werden. Bislang gebe es noch keine wirksame Therapie gegen die weit verbreitete Krankheit.

Das Protein S100A1 ist eine Art Treibstoff für das Herz. Wenn die genetische Information für das Protein in das Herz gelangt und dort aktiviert wird, steigt nach Forscherangaben die Pumpleistung.

Das Protein kontrolliert den Einstrom von Kalzium in den Herzmuskel und erhöht dadurch seine Schlagkraft. Die Erregbarkeit des Herzen wird stabilisiert und die Energieproduktion passt sich der gesteigerten Herzleistung an.

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