Ärzte Zeitung, 03.12.2013

Herzschwäche

Vorsicht bei der Diabetes-Therapie

Bei der Therapie von Diabetikern mit Herzinsuffizienz ist Vorsicht geboten. Nicht alle Antidiabetika sind in dem Fall geeignet.

BERLIN."Die Prognose Herzinsuffizienz ist vor allem bei Diabetes äußerst ungünstig", wird der Kardiologe und Diabetologe (DDG) Dr. Hermann Fischer zitiert, ärztlicher Leiter am Zentrum für Ambulante Rehabilitation Herz und Kreislauf Dresden.

Denn 80 Prozent der über 65-Jährigen versterben noch innerhalb von drei Jahren nach der Diagnose.Eine Früherkennung der Herzschwäche bei Typ-2-Diabetes ist auch deshalb so wichtig, da einige Antidiabetika mit einem hohen Herzinsuffizienz-Risiko verknüpft sind, teilt diabetesDE mit.

Glitazone sind daher kontraindiziert und sollten durch andere blutzuckersenkende Medikamente ersetzt werden. Sulfonylharnstoffe sollten wegen des erhöhten kardialen Risikos sowie der Hypoglykämiegefahr zurückhaltend eingesetzt werden.

"Bei Metformin muss das Risiko für Komplikationen individuell abgewogen werden", erklärt Fischer. Neuere Substanzen wie Inkretin-basierte Medikamente, Exenatide oder Liraglutide, schützen das Herz vermutlich sogar.

Unklar ist, inwieweit eine ideale Blutzuckereinstellung die Prognose der Herzinsuffizienz verbessert. "Uns fehlen auch Belege, ob Patienten im frühen Erkrankungsstadium von der herkömmlichen Therapie bei Herzinsuffizienz - etwa mit Beta- oder RAAS-Blocker - profitieren", so Fischer.

Neu hingegen sind Studienergebnisse, die zeigen, dass sich ein leicht erhöhter Body Mass Index ( BMI ) bei Herzinsuffizienz positiv auszuwirken scheint. "Wir sprechen hier vom Adipositas-Paradox."

Trotzdem rät der Experte herzkranken Menschen mit Diabetes Typ 2, auf ihre Ernährung und ihr Körpergewicht zu achten: Salzkonsum auf drei Gramm pro Tag reduzieren, keine Fertiggerichte aus der Tiefkühltruhe oder aus Konserven, nichts Gepökeltes, dafür viel frisches Obst und Gemüse. Eine zusätzliche Vitaminzufuhr in Form von Tabletten sei nicht notwendig. (eb)

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