Ärzte Zeitung online, 31.08.2009

Studie: Tele-Monitoring nach Defi-Implantation ist sicher

BARCELONA/DÜSSELDORF (eb). Regelmäßige Kontrollen über das Mobiltelefonnetz sind nach dem Einsetzen eines implantierten Defibrillators sicher und eine sinnvolle Alternative zu Kontrolluntersuchungen im Krankenhaus. Das ist das Ergebnis der ISMOS-Studie, die auf dem Europäischen Kardiologenkongress in Barcelona präsentiert wurde.

An der ISMOS-Studie nahmen insgesamt 142 Defi-Patienten teil, die in fünf deutschen Kliniken betreut wurden. Etwa die Hälfte der Kontrolluntersuchungen in den Spezialambulanzen kann bei gleicher Sicherheit für die Betroffenen eingespart werden, zeigen die Studienergebnisse, wenn die persönliche Untersuchung durch eine telemedizinische Kontrolle via Telefon ersetzt wird. Die Analyse der per Telefon übermittelten Daten ermöglichen es dem Behandler, im Bedarfsfall sofort persönlich zu intervenieren. So können sich Ärzte auf jene Patienten konzentrieren, die besonderer Aufmerksamkeit bedürfen.

Die Ergebnisse der ISMOS-Studie bestätigen die Ergebnisse früherer Studien zum Thema Telemonitoring nach Defi-Implantation. So hat etwa die europäische REFORM-Studie gezeigt, dass bei Telemonitoring eine Reduktion der persönlichen Kontrolluntersuchungen um die Hälfte sicherer ist, die nordamerikanische TRUST-Studie geht von einer möglichen Reduktion um 43 Prozent aus.

Implantierbare Defibrillatoren haben sich in den vergangenen zwei Jahrzenten als primäre Therapie bei lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen etabliert. Durch die zunehmende Zahl von Implantationen ist auch der Betreuungsaufwand für Patienten enorm gestiegen. Ziel der ISMOS-Studie war es zu untersuchen, ob der Rhythmus für Kontrolluntersuchungen ohne Sicherheitsrisiko von drei auf sechs Monate ausgedehnt werden kann, wenn Patienten per Telemonitoring zusätzlich überwacht und begleitet werden.

ESC 2009 Abstract Nr. 5218, www.escardio.org/congresses/esc-2009/Pages/welcome.aspx

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »