Ärzte Zeitung online, 20.01.2011

Alkohol bringt das Herz ins Stolpern

IBARAKI (ob). Alkohol kann das Herz ins Stolpern oder zum Rasen bringen: Je mehr davon durch die Kehle rinnt, desto größer ist das Risiko für die Entwicklung von Vorhofflimmern.

Alkohol bringt das Herz ins Stolpern

Vorhofflimmern: Zu viel Alkohol am Wochenende getrunken?

© saurer / imagebroker / imago

Zu diesem nicht ganz überraschenden Ergebnis kommen jetzt japanische Forscher um Dr. Hirohito Sone aus Ibarika nach einer Analyse von 14 Kohorten- oder Fall-KontrollStudien (J Am Coll Cardiol 2011; 57: 427). In diesen in Europa und Nordamerika durchgeführten Untersuchungen sind Daten von mehr als 130 000 Personen erfasst worden, darunter 7558 mit Vorhofflimmern.

Im Vergleich zu Personen mit dem niedrigsten Alkoholkonsum hatten Personen mit dem höchsten Konsum (Männer: zwei Drinks oder mehr pro Tag; Frauen: ein Drink oder mehr pro Tag) ein relativ um 51 Prozent höheres Risiko für Vorhofflimmern.

Diese Risikoerhöhung war "dosisabhängig": Mit jeder Zunahme der aufgenommenen Alkoholmenge um 10 g nahm das Risiko für Vorhofflimmern jeweils relativ um 8 Prozent zu.

Auch der Arrhythmie-Typ war von Bedeutung: Besonders eng war die Assoziation zwischen Alkoholkonsum und paroxysmalem Vorhofflimmern, die relative Risikoerhöhung in der Spitzengruppe der Alkoholtrinker betrug hier 92 Prozent.

Welche pathophysiologischen Veränderungen dieser Assoziation zugrundeliegen, ist unklar. Alkohol könnte den adrenergen Tonus erhöhen, die vagale Aktivität reduzieren, zu direkten strukturellen Myokardschädigungen führen oder auch elektrophysiologische Veränderungen im Vorhofgewebe verursachen, spekulieren die Autoren. Dauerhafter exzessiver Alkoholkonsum trägt möglicherweise zur Entwicklung einer Hypertonie oder einer chronischen Herzinsuffizienz bei, die wiederum die strukturelle Basis für die Entstehung von Arrhythmien bildet.

Darüber, ob die Art der alkoholischen Getränke - Hochprozentiges, Rot- oder Weißwein oder Bier - von Bedeutung für das Arrhythmie-Risiko sind, geben die Studien keinen Aufschluss.

Was das Herz betrifft, steht moderater Alkoholgenuss inzwischen in einem guten Ruf; in Maßen genossen soll davon - dafür sprechen zumindest vorliegende Studiendaten - eine protektive Wirkung auf Herz und Gefäße ausgehen.

Ein erhöhtes Vorhofflimmer-Risiko durch Alkohol, wie es die neue Metaanalyse nahelegt, passt da nicht so ganz ins Bild, ist aber auch keine Überraschung. Vom im angelsächsischen Sprachraum geprägten Begriff "Holiday Heart"-Syndrom hat schon fast jeder mal gehört oder das damit bezeichnete Phänomen gar am eigenen Leib erfahren: Am Wochenende sich mit Alkohol - salopp gesprochen - die Kante geben und am Montag mit beängstigendem Herzstolpern in der Notaufnahme einer Klinik landen.

[20.01.2011, 15:03:06]
Dr. Ralf Hettich 
Starkes Trinken als Gefahr für Ihre Männergesundheit
Beim starken Trinken verklumpen Ihre Blutplättchen, was zu Herzattacken und Schlaganfall führen. So fanden Wissenschaftler aus Harvard heraus, dass ein Komasaufen das Todesfallrisiko bei Menschen verdoppelt, die ursprünglich einen Herzinfarkt überlebt haben.

Starkes Trinken kann auch die sogenannte Kardiomyopathie verursachen, eine meist tödliche verlaufende Erkrankung des Herzmuskels. Es zeigt sich eine Minderung der Kontraktionskraft und der Herzmuskel wird insuffizient. Herzrhythmusstörungen und Herzkammerflimmern treten auf.

Sie haben Beschwerden wie Atemnot, Ödeme, Herzrasen und eine Herzvergrößerung bei gleichzeitiger Erschlaffung. Schon geringe Mengen von täglich genossenem Alkohol erhöhen Ihren Blutdruck. Somit steigt auch Ihr Risiko für einen Schlaganfall.

Mit den besten Wünschen für Ihre Männergesundheit

Dr. Ralf Hettich

Mailkontakt: info@ralfhettich.de
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