Ärzte Zeitung online, 31.03.2011

Vorhofflimmern ist kein unvermeidbares Schicksal

Vorhofflimmern ist kein Schicksal. Bei jedem zweiten Betroffenen ließe sich diese Arrhythmie theoretisch vermeiden - wenn es denn nur gelänge, beeinflussbare Risikofaktoren auszuschalten. Das allerdings ist eine hohe Hürde.

MINNEAPOLIS (ob). Ein US-Forscherteam um Dr. Rachel Huxley ist jetzt in einer großen Bevölkerungsstudie der Frage nachgegangen, welchen Anteil veränderbare Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes und Rauchen an der Entstehung von Vorhofflimmern haben.

Die Daten stammen aus der ARIC-Studie, in der 14.596 Personen mittleren Alters im Schnitt 17 Jahre lang nachbeobachtet worden sind. In dieser Zeit entwickelten 1520 Studienteilnehmer Vorhofflimmern (Circulation 2011; online).

Nur bei 5,4 Prozent aller Teilnehmer beobachteten die Untersucher ein "optimales" Risikoprofil als beste Voraussetzung für die Vermeidung von Vorhofflimmern. Die übrigen Teilnehmer hatten entweder ein "grenzwertiges" Risikoprofil oder ein durch ausgeprägte Risikofaktoren gekennzeichnetes Risikoprofil.

Insgesamt 56,5 Prozent aller aufgetretenen Fälle von Vorhofflimmern waren entweder durch ein "grenzwertiges" oder ein eindeutig ungünstiges Risikoprofil erklärbar, berichten die Studienautoren. Als stärkster Prädiktor für das Auftreten von Vorhofflimmern erwies sich ein Bluthochdruck.

Demnach besteht ein erhebliches Potenzial, durch primärpräventive Strategien, die auf einen gesünderen Lebensstil der Menschen zielen, das Risiko für Vorhofflimmern deutlich zu senken.

Wie schon der verschwindend geringe Anteil von Studienteilnehmern mit "optimalem" Risikoprofil ahnen lässt, ist das in der Praxis ein schwieriges Unterfangen.

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