Ärzte Zeitung, 14.09.2005

Naftidrofuryl bessert Lebensqualität bei Gefäßkranken

Pharmakotherapie kann Gehtraining bei AVK sinnvoll ergänzen / Deutlicher Zugewinn bei schmerzfreier und absoluter Gehstrecke

BERLIN (gvg). Auf die Bedeutung der Lebensqualität bei Claudicatio intermittens wurde auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Angiologie hingewiesen. Für die Substanz Naftidrofuryl konnte - außer der Verbesserung der Gehstrecke - eine Verbesserung der Lebensqualität nachgewiesen werden.

Naftidrofuryl (Dusodril® forte) sei in Deutschland nach wie vor die einzige Substanz, die für die symptomatische Behandlung bei peripherer arterieller Verschlußkrankheit im Stadium II (Claudicatio intermittens) zugelassen sei, betonte Professor Horst Rieger, ehemaliger Chefarzt der Aggertalklinik in Engelskirchen.

Der Wirkstoff sei ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Er sollte eingesetzt werden, wenn ein Gehtraining allein nicht zum gewünschten Erfolg führt und eine interventionelle Rekanalisation (PTA) nicht möglich ist oder keine Symptomkontrolle brachte. Die Wirksamkeit von dreimal 200 mg Naftidrofuryl pro Tag sei in randomisierten, kontrollierten Studien zweifelsfrei nachgewiesen.

    Europäisches Studienprogramm belegt Vorteile der Arznei.
   

So führe eine sechsmonatige Behandlung bei Patienten mit einer zu Beginn schmerzfreien Gehstrecke zwischen 100 und 300 Metern im Mittel zu einer Verlängerung der schmerzfreien Gehstrecke um 92 Prozent und zu einer Verlängerung der absoluten Gehstrecke - also der Gehstrecke unter Schmerzen - um 83 Prozent. Die entsprechenden Werte für Placebo liegen bei 17 und 14 Prozent.

Für die Lebensqualität hat es im Europäischen Studienprogramm signifikante Vorteile für Naftidrofuryl im Vergleich zu Placebo bei fast allen überprüften Parametern gegeben, wie Rieger bei der von Merck Pharma unterstützten Veranstaltung sagte. Besonders bei den Aktivitäten des täglichen Lebens, beim Parameter Schmerz, bei der Teilnahme am sozialen Leben und bei der Stimmung gäben behandelte Patienten bessere Werte an als Patienten mit Placebo-Therapie.

Riegers Fazit aus den Studien lautet deswegen: "Trainingsprogramme sind zwar prinzipiell die Therapiebasis. Sie sind aber nicht die einzige Therapie-Option".

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