Ärzte Zeitung, 05.09.2007

Lesen Sie mehr vom ESC...Bei pAVK ist Therapie angesagt - auch wenn’s noch nicht weh tut

Neue Daten zur Prognose bei pAVK / Knöchel-Arm-Index hilft bei Diagnostik

WIEN (Rö). Bei allen älteren Menschen, besonders solchen mit kardiovaskulären Risiko-Faktoren, sollte der Knöchel-Arm-Index bestimmt werden. Denn auch Menschen mit asymptomatischer pAVK haben unbehandelt eine schlechte Prognose.

Den Appell hat jetzt Professor Curt Diehm vom Krankenhaus Karlsbad-Langensteinbach beim Kardiologen-Kongress in Wien an alle Hausärzte gerichtet. Der Grund sind die Fünf-Jahres-Ergebnisse der getABI*-Studie mit fast 7000 Patienten aus Hausarztpraxen. Damit hat Diehm erstmals nachgewiesen, dass bei Patienten mit asymptomatischer pAVK die Sterberate ähnlich hoch ist (19 Prozent in fünf Jahren) wie bei Patienten, die wegen pAVK bereits Symptome haben (24 Prozent). Der Unterschied zwischen beiden Gruppen war nicht signifikant.

Zum Vergleich: Von den Patienten ohne pAVK starben in der selben Zeit nur 9 Prozent. Auch bei Berücksichtigung von anderen kardiovaskulären Risikofaktoren hatte der Knöchel-Arm-Index die größte Aussagekraft zur Prognose von Tod, Schlaganfall oder Herzinfarkt. Ist der Quotient aus Knöchel- und Oberarmblutdruck erniedrigt, deutet dies auf ein geschädigtes Gefäßsystem.

Die Leitlinien zur pAVK-Therapie müssten aufgrund der Ergebnisse geändert werden, forderte Diehm. Denn nur symptomatische Patienten antithrombotisch zu behandeln, sei nun nicht mehr sinnvoll.

Das Studien-Patienten waren im Schnitt 73 Jahre alt. Bei 18 Prozent deutete der Knöchel-Arm-Index auf eine pAVK, die meisten dieser Patienten spürte nichts davon.

*getABI: german epidemiological trial on Ankle Brachial Index

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