Ärzte Zeitung, 20.09.2007

Bei pAVK ist das Schlaganfall-Risiko erhöht

Jeder zweite Apoplexie-Patient hat arterielle Verschlusskrankheit / Plättchenhemmung zur Sekundärprävention

BERLIN (nsi). Primär- und Sekundärprävention des Schlaganfalls zu verbessern, ist eine der wichtigsten Aufgaben, denen sich die Neurologen künftig gegenübersehen. Das hat Professor Karl Einhäupl von der Charité Berlin, Präsident der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Berlin deutlich gemacht. Ziel müsse sein, künftig besser zu differenzieren, welche Patienten von welchen Methoden zur Primär- und Sekundärprävention profitieren.

Die Bestimmung des KnöchelArm-Indexes ist eine einfache Methode zur Diagnose einer arteriellen Verschlusskrankheit. Foto: Diehm

Einer der Risikomarker, der auch in der Praxis von Hausärzten häufig angewandt wird, ist der Knöchel-Arm-Index (ABI). Er zeigt eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), auch eine subklinische, als Ausdruck einer generalisierten Atherosklerose an. Patienten mit pAVK haben ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Symptome und eine verminderte Lebenserwartung.

Die symptomatische pAVK ist eines von acht Kriterien, das im Essen Stroke Risk Score (ESRS, maximal neun Punkte) als Risikoparameter für das Wiederauftreten eines Schlaganfalls berücksichtigt wird. Die Auswertung einer prospektiven Untersuchung von 85 deutschen Schlaganfallstationen hat ergeben: Die Hälfte von 852 Patienten - bei 83 Prozent von ihnen war die Diagnose vollendeter Hirninfarkt, bei 17 Prozent transitorische ischämische Attacke - hatten eine pAVK, diagnostiziert mit einem ABI-Wert von unter 0,9. Bei jedem zehnten Patienten war die pAVK klinisch symptomatisch.

Professor Matthias Endres von der Charité in Berlin hat bei einem Symposium von Sanofi-Aventis auf die Daten der SCALA*-Studie hingewiesen. Zwar korrelierten ABI und ESRS bei der Abschätzung des Risikos für das Wiederauftreten eines Schlaganfalls in dieser Studie nicht deutlich miteinander, sagte Endres. Es sei aber möglich, dass die Kombination von ESRS und ABI helfen könne, jene Patienten besser zu erkennen, die von einer sekundärprophylaktischen Pharmakotherapie, auch mit Thrombozytenaggregationshemmern, profitieren könnten, sagte Endres. Grundsätzlich müsse die Sekundärprävention zerebraler Ischämien auf den Säulen effektive Blutdrucksenkung, Cholesterinsenkung und Plättchenhemmung stehen.

SCALA* bedeutet Systemic Risk Score Evaluation in Ischemic Stroke Patients)

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