Direkt zum Inhaltsbereich

Bei pAVK ist das Schlaganfall-Risiko erhöht

BERLIN (nsi). Primär- und Sekundärprävention des Schlaganfalls zu verbessern, ist eine der wichtigsten Aufgaben, denen sich die Neurologen künftig gegenübersehen. Das hat Professor Karl Einhäupl von der Charité Berlin, Präsident der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Berlin deutlich gemacht. Ziel müsse sein, künftig besser zu differenzieren, welche Patienten von welchen Methoden zur Primär- und Sekundärprävention profitieren.

Veröffentlicht:

Einer der Risikomarker, der auch in der Praxis von Hausärzten häufig angewandt wird, ist der Knöchel-Arm-Index (ABI). Er zeigt eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), auch eine subklinische, als Ausdruck einer generalisierten Atherosklerose an. Patienten mit pAVK haben ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Symptome und eine verminderte Lebenserwartung.

Die symptomatische pAVK ist eines von acht Kriterien, das im Essen Stroke Risk Score (ESRS, maximal neun Punkte) als Risikoparameter für das Wiederauftreten eines Schlaganfalls berücksichtigt wird. Die Auswertung einer prospektiven Untersuchung von 85 deutschen Schlaganfallstationen hat ergeben: Die Hälfte von 852 Patienten - bei 83 Prozent von ihnen war die Diagnose vollendeter Hirninfarkt, bei 17 Prozent transitorische ischämische Attacke - hatten eine pAVK, diagnostiziert mit einem ABI-Wert von unter 0,9. Bei jedem zehnten Patienten war die pAVK klinisch symptomatisch.

Professor Matthias Endres von der Charité in Berlin hat bei einem Symposium von Sanofi-Aventis auf die Daten der SCALA*-Studie hingewiesen. Zwar korrelierten ABI und ESRS bei der Abschätzung des Risikos für das Wiederauftreten eines Schlaganfalls in dieser Studie nicht deutlich miteinander, sagte Endres. Es sei aber möglich, dass die Kombination von ESRS und ABI helfen könne, jene Patienten besser zu erkennen, die von einer sekundärprophylaktischen Pharmakotherapie, auch mit Thrombozytenaggregationshemmern, profitieren könnten, sagte Endres. Grundsätzlich müsse die Sekundärprävention zerebraler Ischämien auf den Säulen effektive Blutdrucksenkung, Cholesterinsenkung und Plättchenhemmung stehen.

SCALA* bedeutet Systemic Risk Score Evaluation in Ischemic Stroke Patients)

Ihr Newsletter zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Tab. 1: Stufentherapieschema zur verlaufsmodifizierenden Therapie der generalisierten Myasthenia gravis

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Generalisierte Myasthenia gravis

Krankheitssymptome und Therapielast wirksam lindern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Dr_Microbe / stock.adobe.com

© Dr_Microbe / stock.adobe.com

Fünf Jahre orale Therapie mit Risdiplam

Breite Anwendbarkeit bei 5q-assoziierter SMA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Abb. 1: Wirksamkeit in der klinischen Praxis von Brivaracetam über 12 Monate (alle Formen fokaler Anfälle)d

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Zusatzbehandlung fokaler Epilepsien

Effektivere Anfallskontrolle in der Kombinationstherapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: UCB Pharma GmbH, Monheim
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
In der Schwangerschaft soll eine medikamentöse Blutdrucktherapie ab Werten 140/90 mmHg initiiert werden.

© Dragana Gordic - stock.adobe.com

Gestationshypertonie und Co.

Bluthochdruck in der Schwangerschaft: So gehen Sie therapeutisch vor