Thrombose/Schlaganfall

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Modul: Thromboembolische Ereignisse bei Adipositas – Leitsymptome schwerer erkennbar

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Ärzte Zeitung, 26.03.2004

Neuroplastizität nach Schlaganfall wird sichtbar

Moderne Bildgebungsverfahren stellen Aktivierungsmuster dar / Inaktives Gewebe wird wieder zurückgewonnen

BERLIN (gvg). Gewinnt ein gelähmter Patient nach einem Schlaganfall Schritt für Schritt seine Beweglichkeit wieder, dann können begleitende Veränderungen im Nervengewebe mit Verfahren der modernen Bildgebung sichtbar gemacht werden. Im Detail noch ungeklärt ist der vielschichtige Zusammenhang zwischen funktioneller Erholung und neuronaler Plastizität (Fähigkeit des Nervensystems, Struktur und Funktion abzuwandeln).

Durch die Positronen-Emissionstomographie (PET) und die funktionelle Magnetresonanz-Tomographie (fMRT) weiß man heute, daß es nach einem Schlaganfall zunächst zu einer beidseitigen Aktivierung der motorischen Hirnrinde kommt. Dies berichtet Professor Gereon Nelles von der Klinik für Neurologie der Universität Essen (Akt Neurol 30, 2003, 505).

Demnach benutzen Patienten nach einem Schlaganfall bei Bewegungen zusätzlich auch Areale der sensorischen Hirnrinde sowie sekundäre motorische Zentren, die bei gesunden Personen bei den gleichen Bewegungen nicht aktiv sind. Im Verlauf wird dann diese zunächst diffuse Aktivierung zunehmend stärker fokussiert. "Zumindest bei Patienten mit subkortikalen Infarkten tendiert die bilaterale Aktivierung im Verlauf wieder in Richtung einer normalen, kontralateralen Aktivierung", so Nelles.

Gewebe, das nach dem Infarkt zunächst inaktiv war, wird also in der Erholungsphase wieder zurückgewonnen. Eine zusätzliche Rekrutierung von nicht primär-motorischen Arealen der kontralateralen Hemisphäre scheint aber langfristig bestehen zu bleiben.

Eine besondere Herausforderung für die moderne neurologische Bildgebung ist die direkte Darstellung der Auswirkungen von Rehabilitationsmaßnahmen auf die Hirntätigkeit. Das könnte zum Beispiel den Vergleich zwischen verschiedenen Rehabilitationsmaßnahmen erleichtern.

Es sei allerdings bisher noch nicht möglich, die funktionelle Erholung detailliert einzelnen neuroanatomischen Arealen zuzuordnen. Besonders die unterschiedlichen Auswirkungen kortikaler und subkortikaler Läsionen für das Regenerationspotential des Nervengewebes müßten noch erforscht werden, so Nelles.

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