Ärzte Zeitung, 19.03.2004

Oft Alzheimer nach Schlaganfällen

Apoplexie plus Diabetes erhöht das Risiko für Morbus Alzheimer um das Fünffache

NEW YORK (mal). Nach einem Schlaganfall ist das Risiko, an Morbus Alzheimer zu erkranken, deutlich erhöht. Liegen dabei vaskuläre Risikofaktoren vor, ist die Assoziation zwischen Schlaganfall und degenerativer Hirnerkrankung besonders ausgeprägt. Besteht etwa ein Diabetes mellitus, ergibt sich ein um den Faktor Fünf gesteigertes Alzheimer-Risiko.

US-Forscher, die das jetzt beobachtet haben, plädieren dafür, die Möglichkeiten, durch präventive Maßnahmen gegen Schlaganfall Alzheimer-Erkrankungen verhindern zu können, genauer unter die Lupe zu nehmen.

In ihrer Studie haben Dr. Lawrence S. Honig vom Alzheimer-Forschungsinstitut in New York und seine Kollegen fast 1800 Personen im Alter zwischen 65 und 105 Jahren aufgenommen. Bei keinem von ihnen lag zu diesem Zeitpunkt eine Demenz-Erkrankung vor. Alle 18 Monate wurden von den Studienteilnehmern Daten erhoben.

Nach einer Beobachtungszeit von maximal sieben Jahren gab es 331 Studienteilnehmer, die während der Studie einen Schlaganfall bekommen hatten, oder bei denen aus der Zeit vor Studienbeginn ein solches Ereignis bekannt war. Gleichzeitig war bei 212 Personen eine Demenz-Erkrankung diagnostiziert worden. Bei 85 Prozent von ihnen hatten die US-Forscher einen Morbus Alzheimer gefunden.

Die Analyse der Daten ergab, daß innerhalb eines Jahres etwa fünf von hundert Personen an Morbus Alzheimer erkrankten, wenn ein Schlaganfall eingetreten war, und vier, wenn ein solches Ereignis nicht stattgefunden hatte.

Insgesamt errechneten die US-Forscher für Personen mit einem Schlaganfall ein um 60 Prozent erhöhtes Risiko für die degenerative Hirnerkrankung. Das Risiko war signifikant um den Faktor Zwei erhöht, wenn außer dem Schlaganfall auch eine Herzerkrankung (früherer Myokardinfarkt, Herzinsuffizienz, Angina pectoris) vorlag, um den Faktor 2,3 bei gleichzeitiger Hypertonie und um den Faktor 4,6 bei gleichzeitigem Diabetes mellitus (Arch Neurol 60, 1707).

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