Ärzte Zeitung, 26.08.2004

Inkontinenz nach dem Schlaganfall wird noch immer unterschätzt

Frauen und Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko

MANNHEIM (gvg). Fast jeder zweite Schlaganfall-Patient leidet unmittelbar nach dem Ereignis eine Zeitlang an Harninkontinenz. Mittelfristig bleibt das Symptom für jeden dritten Patienten ein Problem.

Diese Zahlen wurden bei der Europäischen Schlaganfallkonferenz in Mannheim genannt. Sie stammen aus der Kopenhagener Schlaganfallstudie, in der 1200 Patienten mit Schlaganfall sieben Jahre lang nachbeobachtet wurden. Unmittelbar nach dem Ereignis habe jeder zweite Patient eine vollständige oder teilweise Harninkontinenz. Nach einem halben Jahr sei dies noch bei etwa jedem Fünften der Fall, berichtete der dänische Arzt Dr. Tom Olsen, einer der Studienleiter.

Der Grund für diesen relativen Rückgang der Häufigkeit seien vor allem Todesfälle in den ersten sechs Monaten. Danach allerdings steige die Inkontinenzrate kontinuierlich, und zwar bis auf etwa ein Drittel der Patienten sieben Jahre nach dem Ereignis.

"Diese Zahlen liegen höher als wir dachten", so Olsen in Mannheim. Außer der Schwere des Schlaganfalls seien vor allem hohes Alter, weibliches Geschlecht und besonders ein Diabetes mellitus statistisch mit einem erhöhten Inkontinenz-Risiko nach einem Schlaganfall korreliert.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Luftschadstoffe beeinträchtigen viele Organsysteme

Die Lunge gilt zwar als Eintrittspforte für Schadstoffe aus der Luft, kurz- und langfristige Gesundheitsschäden scheinen jedoch vor allem im Herzkreislaufsystem aufzutreten. mehr »

Für die Union ist Substitution von Ärzten kein Tabu

Nichtärztliche Gesundheitsberufe sollen stärker in die Versorgung eingebunden werden, fordert die Union. Ärztepräsident Montgomery benennt die Fallstricke für solche Pläne. mehr »

Frühe ART wirkt protektiv

Die frühe antiretrovirale Therapie (ART) schützt HIV-Patienten vor schweren bakteriellen Infektionen. mehr »