Forschung und Praxis, 13.12.2004

Was das Schlaganfall-Risiko nach Herzinfarkt bestimmt

Linksventrikuläre Dysfunktion oder Herzinsuffizienz als Komplikationen eines akuten Myokardinfarkts sind ein Signal dafür, daß ein hohes Risiko für weitere kardiovaskuläre Komplikationen besteht. Auch die Gefahr eines Schlaganfalls sollte dabei nicht unterschätzt werden. Das Forscherteam der VALIANT-Studie hat auf Basis ihrer Daten jetzt analysiert, welche Faktoren prädiktiv für die Entwicklung eines Schlaganfalls nach Myokardinfarkt waren.

Zu Erinnerung: In der VALIANT-Studie ist bei 14 703 Patienten, die nach Myokardinfarkt eine linksventrikuläre Dysfunktion oder Herzinsuffizienz entwickelt hatten, eine Therapie mit Valsartan (Diovan®, Provas®), Captopril oder der Kombination beider Wirkstoffe eingeleitet worden.

Nach zwei Jahren bestand in der Gesamtmortalität kein signifikanter Unterschied zwischen Valsartan- und Captopril-Gruppe. Auch die Inzidenzraten für kardiovaskuläre Mortalität, Re-Infarkt und Klinikeinweisungen wegen Herzinsuffizienz waren gleich. Die Kombination beider Substanzen hatte keine bessere Wirkung als die Monotherapien und war zudem mit mehr Nebenwirkungen behaftet.

Bei 463 Patienten (3,2 Prozent) traten im Studienzeitraum Schlaganfälle auf, von denen sich 140 (30 Prozent) schon innerhalb von 60 Tagen und 316 (68 Prozent) im Laufe des ersten Jahres ereigneten. Bei der Analyse erwiesen sich der diastolischer Blutdruck (> 90 mmHg), Schlaganfall/TIA in der Vorgeschichte und Vorhofflimmern nach Myokardinfarkt als diejenigen Faktoren, anhand derer sich die Entwicklung von Schlaganfällen am besten voraussagen ließ, berichtete Dr. Uchekukwu Sampson aus Boston. Da zwei dieser drei Risikoprädiktoren therapeutisch beeinflußbar sind, sollte ihnen nach Myokardinfarkt besondere Aufmerksamkeit zukommen. (ob)

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