Ärzte Zeitung, 08.03.2005

Statine schützen vor Schlaganfall bei Karotis-Stenting

Daten von 433 Patienten

ORLANDO (ner). Wer einen Karotis-Stent erhält, ist besser vor neurologischen Komplikationen geschützt, wenn er vorher mit einem Statin behandelt wurde. Deshalb sollte vor einem solchen Stenting routinemäßig ein Statin verabreicht werden. Ursächlich ist für den Schutz ist aber nicht die Lipidsenkung; der Schutz ist wohl Folge der antientzündlichen und antithrombotischen Wirkungen von Statinen.

Dr. Stanislaw J. Skaluba von der Universität Texas in San Antonio folgert das aus einer retrospektiven Datenanalyse von 433 Patienten. Diese waren im Durchschnitt 71 Jahre alt, als bei ihnen in eine Halsschlagader ein Stent implantiert werden mußte. Von denen, die zuvor ein Statin eingenommen hatten, erlitten noch im Krankenhaus ein Prozent einen Schlaganfall oder starben an einer neurologischen Komplikation. In der Gruppe ohne Statin-Therapie waren es dagegen knapp fünf Prozent, so Skaluba beim Jahreskongreß des American College of Cardiology in Orlando in Florida.

Nach einem Jahr war der Unterschied noch deutlicher: Die Zahl der Patienten mit neurologischen Zwischenfällen hatte sich in der Statin-Gruppe nicht wesentlich erhöht, in der Kontrollgruppe waren es inzwischen mehr als acht Prozent.

Ursächlich für diesen Effekt sei nicht etwa die Cholesterin-senkende Wirkung, betonte Skaluba. Die Blutfettwerte waren in beiden Gruppen ähnlich. Vielmehr führten wohl die antientzündlichen und antithrombotischen Wirkungen von Statinen zu dem Schutz. Bekannt ist, daß Statine die Inzidenz kardialer Zwischenfälle beim Koronar-Stenting verhindern können. Jetzt gibt es erstmals einen entsprechenden Hinweis auf protektive Effekte beim Karotis-Stenting.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »