Thrombose/Schlaganfall

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Ärzte Zeitung, 13.05.2005

Bei Schlaganfall Blutzucker und Fieber senken!

Tips für die Erstversorgung

BERLIN (gvg). Patienten mit frischem Schlaganfall gehören in die Notaufnahme. Um Blutdruck, Blutzucker und Körpertemperatur kann sich aber auch schon der erstversorgende Arzt kümmern und so die Prognose verbessern.

"Hypertensive Blutdruckwerte unter 200/100 mmHg sollten beim frischen Schlaganfall nicht medikamentös gesenkt werden", sagte Dr. Christian Nolte von der Klinik für Neurologie der Charité Berlin auf dem Deutschen Ärztekongreß. Bei Werten unterhalb von 140/100 mmHg sei unter Berücksichtigung eventueller Kontraindikationen wie einer Herzinsuffizienz eine Flüssigkeitssubstitution oder eine Therapie mit Plasmaexpandern zu erwägen, um den Blutdruck anzuheben.

Zur medikamentösen Beseitigung eines exzessiv hohen Blutdrucks empfahl der Schlaganfallspezialist eine bedarfsadaptierte Perfusorbehandlung mit Urapidil bei systolischen Blutdruckwerten über 200 mm Hg oder Nitropräparate ab einem diastolischen Blutdruck von 115 mmHg.

Anders als beim Blutdruck ist beim Blutzucker eine Normalisierung im akuten Schlaganfall indiziert. "Bei Normoglykämie fällt die Infarktgrößenzunahme im Verlauf geringer aus als bei Hyperglykämie", so Nolte in Berlin. Er rät zu einem Insulinperfusor mit zwei bis vier Einheiten Altinsulin pro Stunde ab einem Blutzuckerwert von 160 Milligramm pro Deziliter.

Der dritte Risikofaktor, der bereits bei der Erstversorgung in Angriff genommen werden kann, ist eine erhöhte Körperkerntemperatur. Jedes Grad Fieber verdopple das Risiko einer Progression, also einer Ausdehnung des Schlaganfall-Areals über das in der Akutphase geschädigte Gewebe hinaus, wie Nolte betonte.

Eine Fiebersenkung mit Paracetamol oder mit physikalischen Maßnahmen sei deswegen bereits ab einer Körperkerntemperatur von 37,5 Grad Celsius nötig. Auch wenn ein Schlaganfall alleine zu Fieber führen kann: Wichtig ist in diesen Fällen natürlich trotzdem die Suche nach einem Infekt.

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