Thrombose/Schlaganfall

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Ärzte Zeitung, 20.10.2005

Schnelltest kann die Schlaganfall-Diagnostik unterstützen

Bei unklaren Symptomen ist das Ergebnis des Schnelltestes Anstoß für den Transport in eine Stroke-Unit / Weitere Diagnostik ist notwendig

BERLIN (gvg). Mit dem Triage® Stroke Panel™ ist jetzt ein Schnelltest erhältlich, der Kollegen bei der Schlaganfall-Diagnostik unterstützen kann. Privatdozent Christian Berger aus Heidelberg sieht einen großen Nutzen des Testes, wenn nicht sofort ein CT gemacht werden kann. Bei unklaren Symptomen könne ein positives Testergebnis den Anstoß geben, Patienten sofort in eine Stroke-Unit zu bringen.

Bei dem Test wird die Konzentration von vier Eiweißstoffen gemessen, die beim Schlaganfall vermehrt im Blut vorkommen. Das sind: BNP (Brain Natriuretic Peptide), der Entzündungsmarker MMP9 (Matrix-Metallo-Proteinase 9), das Gliazelleneiweiß S100 sowie die aus der Thrombosediagnostik bekannten D-Dimere.

Ein Arzt träufelt 250 Mikroliter EDTA-Vollblut oder Plasma auf den Teststreifen. Die Eiweißstoffe binden an Antikörper mit einer Fluoreszenzmarkierung. Diese Fluoreszenz wird dann quantitativ gemessen. Das ganze dauert eine Viertelstunde.

Aus den Konzentrationen der vier Eiweiße ermittelt das System des USUnternehmens Biosite® einen "Multi-Marker Index" (MMX). Dies ist ein dimensionsloser Punktwert, aus dem man Rückschlüsse auf die Schlaganfallwahrscheinlichkeit ziehen kann.

"Das Testergebnis kann eine zusätzliche Information bei der Erstdiagnostik eines Patienten sein, bei dem Verdacht auf einen frischen Schlaganfall besteht", sagte der Neurologe Berger von der Uniklinik Heidelberg bei der Vorstellung des Tests in Berlin.

Er könne bei unklarer klinischer Symptomatik, die auch durch eine Migräne, einen epileptischen Anfall oder eine andere neurologische Erkrankung verursacht sein könnte, einen zusätzlichen Hinweis geben. Der Test sei nicht gedacht, die klinische Untersuchung oder die Computertomografie zu ersetzen.

Zwei vom Hersteller angegebene Schwellenwerte liegen bei 1,3 und 5,9. Wird ein MMX von 1,3 als Grenzwert betrachtet, liegt die Sensitivität für die Diagnose "ischämischer Schlaganfall oder Hirnblutung" bei 94 Prozent. Wird 5,9 als Grenzwert betrachtet, liegt die Spezifität des Tests für einen Schlaganfall bei 90 Prozent.

Klinisch relevant ist vor allem die höhere Schwelle: Patienten mit einem MMX über 5,9 haben mit 90prozentiger Sicherheit einen Schlaganfall. Zwei von drei Patienten mit Schlaganfall erreichen diese Schwelle allerdings nicht: Die Sensitivität beträgt für den Schwellenwert 5,9 nur 36 Prozent.

Um die Werte zu verbessern, wird bereits an einer Weiterentwicklung des Tests gearbeitet. Bei dieser Version sollen dann neun statt wie bisher vier Eiweißstoffe gemessen werden.

Bei einem MMX von weniger als 1,3 ist die Schlaganfallwahrscheinlichkeit in jedem Fall gering. Bei Werten zwischen 1,3 und 5,9 muß der Befund geklärt werden.

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