Direkt zum Inhaltsbereich

Leitlinie bei zerebraler Ischämie wird aktualisiert

MANNHEIM (cin). Die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie zur Sekundärprävention der zerebralen Ischämie werden derzeit aktualisiert. Die bisherigen Empfehlungen bleiben gültig. Denn sie werden durch Ergebnisse einer neuen Studie zur Therapie mit ASS/Dipyridamol, der ESPRIT-Studie, weiter untermauert.

Veröffentlicht:

Das hat Professor Hans-Christoph Diener vom Universitätsklinikum Essen bei der Neurowoche 2006 in Mannheim betont. Grundlage der Sekundärprophylaxe sind wie bisher die Thrombozytenfunktionshemmer. Es ist erwiesen, daß sie das Rezidivrisiko senken, so Diener bei einer Veranstaltung von Boehringer Ingelheim.

Die Therapie richtet sich dabei nach der Höhe des Rezidivrisikos. Das wird etwa mit dem Essen-Risiko-Score ermittelt, der wichtige zerebrale Risikofaktoren berücksichtigt: Bei einem Risiko unter vier Prozent pro Jahr genügt eine Prophylaxe mit 50 bis 150 mg ASS pro Tag.

    Statintherapie bei TIA und Insult wird aufgenommen.
   

Patienten mit einem Risiko ab vier Prozent sollten 50 mg ASS plus 400 mg Dipyridamol in retardierter Form (Aggrenox®) erhalten. Besteht bei erhöhtem Risiko für einen Schlaganfall zudem eine arterielle Verschlußkrankheit, ist Clopidogrel das Mittel der Wahl.

Der Nutzen von Clopidogrel für Patienten mit arterieller Verschlußkrankheit ist vor kurzem auch vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit (IQWiG) bestätigt worden (wir berichteten).

Der Vorteil der Therapie mit ASS plus Dipyridamol wurde zunächst in der ESPS 2-Studie (European Stroke Prevention Study 2) belegt. Die neue ESPRIT-Studie (European Australasien Stroke Prevention in Reversible Ischaemia Trail) hat das Ergebnis weiter erhärtet: Innerhalb von 3,5 Jahren wurde eine relativ verminderte Rezidivrate von 20 Prozent mit der ASS-Dipyridamol-Kombi im Vergleich zu ASS allein erzielt (13 versus 16 Prozent).

Weiterhin sei jetzt bei der Sekundärprävention der Nutzen der Statintherapie bei Risikopatienten mit der SPARCL-Studie (Stroke Prevention by Aggressive Reduction in Cholesterol Levels) belegt worden, erinnerte der Neurologe. Mit der Statin-Therapie ist eine relative Verminderung der Rezidivrate um 20 Prozent erreicht worden (11 Prozent mit Atorvastatin versus 13 mit Placebo). Nach transitorisch ischämischer Attacke (TIA) und Insult wird deshalb in den aktualisierten Leitlinien eine Statintherapie empfohlen.

Weitere Infos: www.dgn.org

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Strategie nach Ende der DAPT

Nach perkutaner Koronarintervention bevorzugt Clopidogrel einsetzen

Registeranalyse

Intravenöse Lyse auch bei Kindern mit Schlaganfall wohl vorteilhaft

Phase-III-Studie EMPHASIS

Antibiotikum verbessert wohl Prognose nach leichtem Schlaganfall

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Tab. 1: Stufentherapieschema zur verlaufsmodifizierenden Therapie der generalisierten Myasthenia gravis

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Generalisierte Myasthenia gravis

Krankheitssymptome und Therapielast wirksam lindern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Krisenresilienz

Stromausfall in Reutlingen: Eine Ärztin schildert ihre Erfahrungen

Fußball-Weltmeisterschaft

WM-Kolumne: Wie das Hotel die Leistungsfähigkeit im Spiel beeinflusst

Lesetipps
In der Schwangerschaft soll eine medikamentöse Blutdrucktherapie ab Werten 140/90 mmHg initiiert werden.

© Dragana Gordic - stock.adobe.com

Gestationshypertonie und Co.

Bluthochdruck in der Schwangerschaft: So gehen Sie therapeutisch vor