Ärzte Zeitung, 18.12.2007

Statin nach Insult - wer profitiert, wer nicht?

Statintherapie kann Schlaganfall-Rezidive verhindern / Vorsicht bei hämorrhagischem Insult in der Anamnese

DURHAM (mut). Eine Therapie mit hoch dosiertem Atorvastatin kann die Rate von Schlaganfall-Rezidiven deutlich reduzieren. Bei schlecht eingestellten Hypertonikern sowie Patienten mit einer Historie von hämorrhagischen Insulten ist jedoch Vorsicht geboten: Bei ihnen steigt mit der Therapie die Gefahr für Hirnblutungen.

Zu diesem Schluss kommen US-Forscher aus Durham nach erneuter Analyse von Daten der SPARCL×-Studie. Zur Erinnerung: Die im letzten Jahr publizierte Studie hatte ergeben, dass die Rate von Re-Insulten mit einer hoch dosierten Atorvastatin-Therapie (in Deutschland: Sortis®, 80  mg/Tag) deutlich geringer ist als mit Placebo (11,2 versus 13,1 Prozent). In der Studie, die knapp fünf Jahre dauerte, war jedoch aufgefallen, dass es in beiden Gruppen kaum Unterschiede bei der Sterberate gab.

Als mögliche Erklärung wurde die höhere Rate von hämorrhagischen Insulten in der Gruppe mit Atorvastatin aufgeführt: Hier kam es bei 55 Teilnehmern zu einer Hirnblutung, in der Placebogruppe bei 33 Teilnehmern. Insgesamt waren 4731 Schlaganfall-Patienten randomisiert mit dem Statin oder Placebo behandelt worden.

In ihrer Analyse haben Dr. Larry Goldstein und seine Mitarbeiter jetzt herausgefunden, welche Patienten besonders gefährdet sind: So war die Blutungsrate bei Patienten, die bei ihrer letzten Arztvisite vor dem Infarkt einen systolischen Blutdruck von über 160  mmHg hatten, mit der Statintherapie um den Faktor 6,2 erhöht. Um den Faktor 5,6 erhöht war die Rate mit Atorvastatin bei Patienten, die aufgrund eines hämorrhagischen Erst-Infarktes an der Studie teilnahmen. Der LDL-Spiegel hatte dagegen keinen Einfluss auf das Blutungsrisiko (Neurology online).

×SPARCL: Stroke Prevention by Aggressive Reduction in Cholesterol Levels

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