Thrombose/Schlaganfall

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Modul: Thromboembolische Ereignisse bei Adipositas – Leitsymptome schwerer erkennbar

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Ärzte Zeitung, 09.05.2008

Primärprävention und Sekundärprävention

Prävention bedeutet konsequente Senkung wichtiger Risikofaktoren

 Prävention bedeutet konsequente Senkung wichtiger Risikofaktoren

Konsequente Verordnung gegen die Risikofaktoren ist das A und O zur Vorbeugung von Schlaganfällen.

Foto: df

Der Blutdruck muss runter / Statin gehört dazu / Plättchenhemmung je nach Risiko

Bei Primär- und Sekundärprävention von Hirninfarkten haben Hausärzte die Schlüsselrolle. Zur effektiven Sekundärprävention gehört eine optimale Pharmakotherapie.

Grundsätzlich gilt für die Primär- und Sekundärprävention: zentral ist die Blutdrucksenkung. Eine Altersgrenze gibt nicht: Selbst bei Hypertonikern über 80 Jahren ist die Schlaganfallrate signifikant zu senken, wie die Studie HYVET (Hypertension in the Very Elderly Trial) ergeben hat. Nach Leitlinien der Europäischen Hypertoniegesellschaft werden für Hypertoniker mit hohem kardiovaskulärem Risiko - etwa Schlaganfall-Patienten - Blutdruckwerte von unter 130 / 80 mmHg empfohlen.

Aus einigen Studien sind Hinweise zum Vorteil von Sartanen abzuleiten. In der LIFE-Studie hatte bei Patienten mit linksventrikulärer Hypertrophie Losartan im Vergleich zu Atenolol die Schlaganfallrate um 25 Prozent stärker gesenkt. Bei Hypertonikern mit Apoplexie oder TIA hatte es in der Studie MOSES (Morbidity and Mortality after Stroke, Eprosartan Compared with Nitrendipine for Secondary Prevention) mit Eprosartan 25 Prozent weniger zerebrovaskuläre Ereignisse als mit Nitrendipin gegeben.

Auch mit Valsartan war in der Jikei-Heart-Studie die Schlaganfallrate im Vergleich zur Standardtherapie um 40 Prozent vermindert - bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen. Auch bei Olmesartan gibt es Hinweise auf Organschutz. Ob auch Telmisartan vor Schlaganfall schützt, wird die ProFESS-Studie belegen.

Diese Studie, deren Ergebnisse am Mittwoch bei der Schlaganfall-Konferenz in Nizza vorgestellt wird, soll die optimale plättchenhemmende Therapie - Dipyridamol retardiert plus ASS versus Clopidogrel - zur Schlaganfallprophylaxe klären. Derzeit gilt nach den Leitlinien: Die plättchenhemmende Therapie richtet sich nach dem jährlichen Re-Insult-Risiko. Es wird mit dem "Essen-Risiko-Score" bestimmt. Bei einem Risiko von unter vier Prozent genügen 50 bis 150 mg ASS, ab vier Prozent plus pAVK 75 mg Clopidogrel. Sonst werden ab vier Prozent 50 mg ASS plus 400 mg Dipyridamol empfohlen.

Zudem sollte ein Statin Bestandteil der Sekundärprophylaxe von Apoplexie-Patienten sein, haben Daten zu Atorvastatin belegt. Beim "Essen-Risiko-Score" gibt es pro Risikofaktor einen Punkt: Alter zwischen 65 bis 75, Bluthochdruck, Diabetes, Infarkt, kardiovaskuläre Ereignisse (außer Infarkt und Vorhofflimmern), pAVK, Rauchen, TIA oder Insult. Ab 75 Jahren gibt es zwei Punkte. Das jährliche Schlaganfall-Risiko beträgt:

  • bei null Punkten ein Prozent,
  • bei einem Punkt zwei Prozent,
  • bei zwei Punkten drei Prozent,
  • bei drei Punkten fünf Prozent,
  • bei vier Punkten sechs Prozent,
  • bei fünf Punkten sieben Prozent,
  • bei sechs Punkten zehn Prozent.

Unter vier Prozent ist das Risiko niedrig, über vier Prozent hoch. (Rö)

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