Ärzte Zeitung, 04.07.2008

FUNDSACHE

Fremder Akzent nach Schlaganfall

Plötzlich fing die Kanadierin mit dem Decknamen Rosemary an, mit fremdem Akzent zu sprechen - so als stamme sie nicht aus dem Süden Ontarios, sondern aus Neufundland: Statt "that" sagte sie "dat", "tink" statt "think", und "dog" sprach sie aus, als müsse es sich auf "rogue" reimen.

Das war um so verwirrender, als ihre Vorfahren aus Irland und Dänemark stammten und Rosemary nie die Küstenregionen bereist oder jemanden von dort gekannt hatte. Die Familie staunte, doch sie selbst bemerkte nichts von der Veränderung.

Forscher der Uni in Hamilton nahmen sich der Sache an und diagnostizierten den Akzent als Folge eines zwei Jahre zurückliegenden Schlaganfalls - obwohl Rosemarys Aussprache völlig klar war, nicht verwaschen wie sonst oft bei diesen Patienten.

Resümee der Wissenschaftler: Das seltene neurologische Syndrom zeige, wie präzise die Sprachmotorik funktionieren müsse (Canadian Journal of Neurological Sciences). (ars)

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