Ärzte Zeitung online, 10.07.2009

Krankenwagen kommt nicht bei Notruf - Mann tot

HANNOVER (dpa). In Hannover wird gegen den Mitarbeiter einer Rettungsleitstelle wegen unterlassener Hilfeleistung ermittelt. Dies teilte die Staatsanwaltschaft in Hannover am Freitag mit und bestätigte Medienberichte. Der Mann hatte einen Notruf angenommen, daraufhin aber nicht den Rettungswagen alarmiert, sondern auf den ärztlichen Notdienst verwiesen.

Eine Camperin hatte mitten in der Nacht die Notrufnummer gewählt, da es ihrem Ehemann plötzlich schlecht ging. Der Rentner starb einige Tage später in einem Krankenhaus. Es stellte sich heraus, dass er auf dem Campingplatz einen Schlaganfall erlitten hatte.

Geprüft werde, ob sich der Mann beim Eingang des ersten Notrufs falsch verhalten habe. Doch das aufgezeichnete Gespräch, in dem er sich das Befinden des Rentner hatte schildern lassen, habe ihn zunächst entlastet, erklärte die Staatsanwaltschaft. Erst als die Ehefrau nach zwei Stunden, in denen es ihrem Mann zusehends schlechter ging, erneut den Notruf wählte, rückte ein Rettungswagen aus. Auf der Fahrt ins Krankenhaus fiel der Rentner ins Koma. Jetzt müsse geklärt werden, ob das Leben des Rentners bei einem früheren Eintreffen des Krankenwagens hätte gerettet werden können.

Besonders tragisch: Die Frau des Rentners, die mitten in der Nacht vom Steinhuder Meer aus den Notruf wählte, notierte sich die Nummer des ärztlichen Notdienstes nach Angaben der Staatsanwaltschaft falsch. Deshalb erreichte sie den Notarzt nicht.

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