Ärzte Zeitung online, 27.01.2010
Salz erhöht Schlaganfallrisiko
Risiko für Herzinfarkte steigt ebenfalls / Nicht mehr als fünf Gramm Salz am Tag
BERLIN (eb). Zu viel Salz im Essen erhöht die Wahrscheinlichkeit,
einen Schlaganfall zu erleiden. Denn mit dem Salzkonsum steigt auch der
Blutdruck.

© Tomo Jesenicnik / fotolia.com
Bei einem Verzehr von täglich zehn statt der empfohlenen fünf Gramm
Salz erhöht sich das Schlaganfallrisiko langfristig um fast ein
Viertel. Davor warnt die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG)
anlässlich einer aktuellen Meta-Analyse. Hierfür hatten die
Wissenschaftler Ergebnisse aus 13 Studien mit mehr als 170 000
Teilnehmern ausgewertet.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt eine tägliche Zufuhr
von fünf Gramm Salz am Tag. "Wer beim Mittagessen regelmäßig nachsalzt
oder häufig auf Fertigprodukte oder Fastfood zurückgreift, kommt
schnell auf die doppelte Menge”, erläutert Professor Martin Grond,
Vorstandsmitglied der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und Chefarzt
am Kreisklinikum Siegen. "Dieser Unterschied von fünf Gramm am Tag
entspricht in etwa einem Teelöffel. Langfristig steigt das
Schlaganfallrisiko dadurch um 23 Prozent. Hinzu kommt noch ein um 17
Prozent erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt oder andere
Herzkreislauferkrankungen zu erleiden.”
Für Grond belegt die Meta-Analyse eindeutig, dass eine salzarme und
ausgewogene Ernährung einem Schlaganfall vorbeugen kann. Denn zu
salziges Essen führt zu Bluthochdruck. Dieser wiederum ist die
wichtigste Ursache von Schlaganfällen. "Die neue Studie beweist, wie
schädlich ein zu hoher Salzkonsum tatsächlich ist. Durch eine Reduktion
des Salzkonsums könnte man weltweit jedes Jahr 1,25 Millionen Menschen
vor einem tödlichen Schlaganfall und drei Millionen Menschen vor einem
Herz-Kreislauf-Tod bewahren."
Ernährungsratschläge allein werden die Situation nach Einschätzung
von Grond nicht ändern. "Das meiste Salz wird dem Essen heute nicht
beim Kochen oder am Mittagstisch zugefügt. Es ist bereits in den im
Supermarkt gekauften Produkten und Grundnahrungsmitteln wie Brot, Käse
und Wurst enthalten." Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft fordert
deshalb, dass der Salzgehalt der Nahrung besser gekennzeichnet wird.
Abstract
der Studie "Salt intake, stroke, and cardiovascular disease:
meta-analysis of prospective studies." (BMJ 339, 2009, b4567)

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