Thrombose/Schlaganfall

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Ärzte Zeitung online, 03.02.2010

Nach einem Schlaganfall werden neue Nervenzellen im Gehirn gebildet

BARCELONA (ple). Nach einem ischämischen Schlaganfall kommt es offenbar tatsächlich zur Neubildung von Neuronen, die den Zelluntergang ausgleichen sollen. Neue Hinweise darauf haben jetzt spanische Neurologen gefunden.

Die Wissenschaftler um Dr. Joan Marti-Fàbregas aus Barcelona untersuchten das Gehirn von sieben Patienten über 80 Jahre, die erstmals einen ischämischen Schlaganfall hatten und an den Folgen innerhalb von einem Monat gestorben waren (Neurology 74, 2010, 357). Die Gewebeproben wurden im Mittel vier Stunden, nachdem die Patienten gestorben waren, entnommen. Die Wissenschaftler verglichen das Gewebe im Infarktgebiet mit dem der unversehrten Region in der anderen Hirnhälfte.

Den histologischen Untersuchungen zufolge war unter anderen die Zellteilungsrate in der subventrikulären Region auf der Infarktseite um das Zweifache erhöht. Die vermehrte Zellteilung wurde etwa anhand des Zellmarkers Ki-67 gemessen. Erstaunt waren die Wissenschaftler, dass in der Infarktregion die Menge an Neuroblasten, also an Vorläuferzellen von Nervenzellen, im Vergleich zur gegenüberliegenden, unversehrten Seite um bis zu sechsfach erhöht war. Von solchen Zellen ist bekannt, dass sie nach der Verwandlung in funktionsfähige Neuronen in geschädigte Regionen im Gehirn, etwa nach einem Infarkt, einwandern können.

In einem Kommentar hob Dr. Gail Pyne-Geithman aus Cincinnati im US-Staat Ohio hervor, das Untersuchungen wie die der spanischen Kollegen dazu beitragen können, neue therapeutische Ansätze für eine frühzeitige Behandlung nach einem Schlaganfall zu entwickeln (Neurology 74, 2010, 352). Die gewonnenen Erkenntnisse könnten zudem dazu beitragen, die Ergebnisse der Langzeitrehabilitation nach Schlaganfall zu verbessern.

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