Thrombose/Schlaganfall

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Ärzte Zeitung, 11.05.2010

Reha lohnt noch Jahre nach Schlaganfall

Studie wirft ein Licht auf die Plastizität des Gehirns / Maschinen erleichtern die Physiotherapie

PROVIDENCE (ars). Bisher galt eine Rehabilitation hauptsächlich in den ersten sechs Monaten nach einem Schlaganfall als aussichtsreich. Doch jetzt ist belegt: Selbst noch Jahre später bessern sich motorische Defizite durch ein intensives Training, sei es Roboter-gestützt oder auf herkömmliche Art.

Dieses Ergebnis einer US-Studie wirft zugleich ein Schlaglicht auf die enorme Fähigkeit des Gehirns, geschädigte Nervenverbindungen zu reparieren. Folglich ist therapeutischer Nihilismus sogar noch lange nach einem Schlaganfall fehl am Platze.

Bei den 127 Patienten der Studie lag der Schlaganfall durchschnittlich knapp fünf Jahre zurück, bei einem sogar 24 Jahre. Die Forscher aus Providence hatten die Teilnehmer, die nach einem Schlaganfall vor mindestens sechs Monaten mittlere bis schwere Behinderungen am Arm zurückbehalten hatten, drei Gruppen zugeordnet: Zwei machten drei Monate lang dreimal wöchentlich je eine Stunde Bewegungstraining, die eine konventionell, die andere mit Roboter. Diese Geräte führen den Ober- und Unterarm bei wiederholten Bewegungen mit hoher Intensität. Die dritte Gruppe erhielt die übliche Betreuung mit Therapie je nach Bedarf (NEJM online).

Bei der Auswertung nach zwölf Wochen schnitt das Robotertraining bei den sensomotorischen Fähigkeiten zwar besser ab als die bloße Betreuung, aber schlechter als die herkömmliche Intensivtherapie. Gemessen wurde das mit dem Fugl-Meyer-Test, der für hemiparetische Patienten gedacht ist.

Auch mit der Stroke Impact Scale, in der die Patienten Alltagsfähigkeiten und Lebensqualität bewerten, brachte die Spät-Reha per Maschine nicht mehr Vorteile als die mit Physiotherapeut. Damit war das Robotertraining hinter den Erwartungen der Autoren zurückgeblieben. Etwas anders sah das Ergebnis nach 36 Wochen aus: Hier erwies sich die Robotertherapie im sensomotorischen Test der konventionellen Intensivtherapie nicht als unterlegen, und beide waren signifikant besser als die Standardbetreuung.

Wie ein Kommentator zu der Studie anmerkt, bleibt das Potenzial für die Roboter gestützte Rehabilitation enorm. Die Vorteile der Geräte liegen auf der Hand: Sie können den Patienten präzise und reproduzierbar über lange Zeit anleiten, ohne zu ermüden. Dabei lassen sich Dauer, Art und Weise sowie Intensität der Übungen steuern, und zugleich die Therapieerfolge objektiv messen.

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