Ärzte Zeitung, 24.06.2010

Schlaganfall weltweit Problem Nummer 1

Weltkongress für Kardiologie: Zehn Risikofaktoren sind für 90 Prozent der Hirninfarkte ursächlich

PEKING (DE/eis). Das größte kardiovaskuläre Problem weltweit ist nicht der Herzinfarkt wie in Europa oder in den USA, sondern der Schlaganfall. Neue Daten dazu und Ansatzpunkte für eine Prävention wurden beim Weltkongress für Kardiologie in Peking vorstellt.

zur Großdarstellung klicken

Die Zahl der Schlaganfallpatienten steigt weltweit.

© PhotoDisc

Außerhalb von Europa und Nordamerika, insbesondere in Asien, hat sich die Schlaganfall-Inzidenz in den letzten 40 Jahren von 52 auf 117 pro 100 000 Personenjahre mehr als verdoppelt. In den Industrieländern hat sie im gleichen Zeitraum um 42 Prozent abgenommen (von 163 auf 94 pro 100 000). Die Frühmortalität ist in allen Teilen der Welt mit etwa 25 Prozent ungefähr gleich hoch. Ein ähnlicher Trend zeigt sich für den hämorrhagischen Schlaganfall. Auf dem indischen Subkontinent ist die Inzidenz innerhalb von nur acht Jahren von 28 auf 46 angestiegen, während sie in Europa im gleichen Zeitraum rückläufig war.

85 Prozent aller tödlichen Schlaganfälle weltweit passieren in Ländern mit niedrigen bis mittleren Einkommen. Welche Risikofaktoren für den Schlaganfall eine Rolle spielen, wurde in der INTERSTROKE-Studie bei 3000 Patienten in 22 Ländern untersucht. Die Studie wurde jetzt in Peking vorgestellt und zeitgleich publiziert (Lancet online). Dabei fand man, dass zehn Faktoren für 90 Prozent aller Schlaganfälle ursächlich sind; fünf dieser Risikofaktoren erklären 80 Prozent aller Insulte - und das sind Bluthochdruck, Rauchen, abdominelle Adipositas, ungesunde Ernährung und zu wenig Bewegung. Bluthochdruck ist der stärkste Faktor, der allein das Schlaganfallrisko verdreifacht. Die weiteren fünf Faktoren sind Lipide, Diabetes mellitus, Alkoholkonsum, Stress und Depression sowie Herzerkrankungen.

Die drohende Schlaganfall-Epidemie macht dringend globale Präventionsmaßnahmen notwendig. Ansatzpunkte bieten die auch in Asien und Afrika weit verbreiteten Risikofaktoren. Ein erhöhter Blutdruck lässt sich zum Beispiel mit preisgünstigen Generika komplett normalisieren, hieß es dazu. Zudem ist die Reduktion von Salz in der Ernährung wichtig.

[25.06.2010, 20:15:12]
Dr. Nabil Deeb 
Hyperthyreose & Schlaganfall-Risiko !!!




Nabil DEEB
Arzt – Physician – Doctor
PMI-Registered Doctors'Association
53140 Bonn / GERMANY


Hyperthyroidism & Stroke Risk !!!



Risque hyperthyroïdie et l'ACV !!!



Hyperthyreose & Schlaganfall-Risiko :-


Als latente Hyperthyreose ist ein Bereich definiert, in dem die SD-Hormone fT4/fT3 noch normal sind, das TSH aber zu niedrig ist. Verlässt das TSH den Referenzbereich nach oben und liegen die SD-Hormone im Normbereich spricht man von latenter bzw. subklinischer Hypothyreose. Dabei ist zu beachten, dass eine etwa 2,5fache Erhöhung der SD-Hormone innerhalb des Referenzbereiches durch eine Veränderung des TSH um den Faktor 1:100 abgebildet wird. Das bedeutet, dass TSH etwa 30 – 50 mal sensitiver auf Veränderungen der SD-Hormone reagiert. Deshalb arbeitet man im Screening mit dem TSH wesentlich effektiver als mit den Hormonen.

Im Jahr 1825 wurde erstmalig eine Assoziation zwischen einer Schilddrüsenfunktionsstörung und dem Auftreten von kardialen Arrhythmien beschrieben . Die Erkenntnis, dass Vorhofflimmern als häufigste Rhythmusstörung bei Hyperthyreose auftritt, war schon im Jahr 1918 bekannt .

Die Wirkung der Hyperthyreose auf das Herz wird im allgemeinen als schädlich betrachtet, denn wir kennen ja die kardialen Komplikationen der Hyperthyreose, besonders bei älteren Personen.

Die Diagnose der subklinischen Hyperthyreose wird bei völligem Fehlen oder
Vorhandensein nur sehr diskreter klinischer Symptome, durch die typische Konstellation von Laborbefunden und zwar einem erniedrigten TSH unter dem Normbereich von 0,45 mU/L bei normalen fT3 und fT4-Werten gestellt. Dieser liegt oft die Frühform einer klinisch manifesten Hyperthyreose zugrunde.

Es besteht derzeit keine einheitliche Meinung darüber, ob Personen mit dieser Diagnose von einer entsprechenden Behandlung profitieren, am ehesten ist dies bei Patienten mit TSH-Werten von unter 0,1 mU/L der Fall. Die Behandlungsmöglichkeiten entsprechen denen der manifesten Hyperthyreose.

Da eine spontane Normalisierung der Befunde möglich ist, soll die Entscheidung zu einer spezifischen Behandlung erst nach Ausschluss anderer eventuell extrathyreoidaler Ursachen und bei perisistierenden Befunden nach Kontrolle erhoben .

–Die kardiologischen Symptome der subklinischen Hyperthyreose sind :-

- Vorhofflimmern ;
- Herzfrequenz erhöht ;
- VH-Extrasystolen ;
- Kontraktilität erhöht ;
- Kammerhypertrophie, Septum und Hinterwand .

Die Schilddrüsenüberfunktion verursacht hämodynamische Veränderungen im Sinne eines hyperdynamen und hyperzirkulatorischen Zustandes und eine Vorlaststeigerung durch eine Zunahme des „Cardiac Output“ beziehungsweise des Schlagvolumens.
Es kommt darüber hinaus zu einer Nachlastsenkung durch eine Reduktion des totalen peripheren Gefäßwiderstands. Aus diesen hämodynamischen Veränderungen mit einer Zunahme der Herzarbeit resultiert eine Steigerung der linksventrikulären Muskelmasse im Sinne einer Linksventrikelhypertrophie, die wiederum eine linksventrikuläre Funktionsstörung bis hin zur Ventrikeldilatation zur Folge haben kann.

Am Reizleitungssystem und insbesondere am Vorhofmyokard wirkt eine Schilddrüsenüberfunktion positiv chronotrop, wobei eine Beschleunigung der sinuatrialen Depolarisation, eine Akzeleration der Vorhofserregung, eine Zunahme der Betarezeptorendichte und eine Abnahme der effektiven Refraktärperiode des Reizleitungssystems dafür verantwortlich sind.

Die manifeste Hyperthyreose ist die wichtigste und häufigste extrakardiale
Ursache von Vorhofflimmern. Die Inzidenz der thyreogenen
Vorhofflimmerarrhythmie (bei manifester Hyperthyreose) liegt bei 15–20 % .

Aus pathophysiologischer Sicht ist aber die Wirkung der Schilddrüsenhormone
auf das Herz und das vaskuläre System viel komplexer .

Dies ergibt sich schon aus der Vielfalt der T3-Rezeptoren: die genetisch verschiedenen nukleären Alpha und Beta-Rezeptoren und die in der Prozessierung der Rezeptoren entstehenden Varianten sind wohl am bekanntesten Es wurde ein mitochondrialer Rezeptor beschrieben .

Aktive Transportsysteme für T3 und T4 wurden seit Jahren schon postuliert, doch ist es gelungen einen T3-Transporter in der Zellmembran nachzuweisen, den MCT-8-Transporter. Genetische Veränderungen dieses Transporters sind mit einem sehr schweren neurologischen Syndrom verbunden .


Enzyme im Herzmuskel wie das SERCA 2A ( = sarcoplasmic endoplasmic Reticulum calcium ATPase 2a), welches von entscheidender Bedeutung ist für die intrazelluläre Kalziumhomöostase und somit für die myokardiale Funktion .


Das SERCA 2A sorgt dafür, dass während der Diastole die intrazellulären Kalziumspiegel wieder absinken.

Die SERCA 2A steigt bei größerer Belastung der Herzmuskulatur, wie z.B. beim Sportler oder bei der Hyperthyreose parallel zur kardialen Hypertrophie an, die man als physiologisch bezeichnen kann. Bei der dilatativen oder hypertrophen Herzinsuffizienz bleibt trotz entsprechender Stimulation der Anstieg dieses Enzyms aus, was verbunden ist mit einem
Versagen der diastolischen Relaxation des Herzmuskels.

Es ist unklar, weshalb in solchen Situationen das T3 nur beschränkt wirksam ist.

Die Beziehung zwischen den Schilddrüsenhormonen und dem adrenergen Nervensystem ist komplex. Vieles ist noch nicht vollständig geklärt .

Es konnte jedoch gezeigt werden, dass die Hyperthyreose selbst in ihrem subklinischen Stadium das Risiko für ein Vorhofflimmern deutlich erhöht .

Bei ca. 50 % aller Patienten mit manifester Arteriosklerose ist keiner der klassischen Gefäßrisikofaktoren nachzuweisen. Auch hat der deutliche Rückgang in der Inzidenz kardiovaskulärer Erkrankungen in westlichen Ländern lange vor der Initiation gezielter Risikopräventionsprogramme eingesetzt. Diese Tatsachen legen nahe, dass neben den klassischen Noxen andere sehr potente Risikofaktoren für vaskuläre Erkrankungen existieren. Als besonders vielversprechende Kandidaten werden (chronische) bakterielle und virale Infektionen gehandelt.

Tatsächlich induzieren verschiedenste infektiöse Mikroorganismen am Endothel und an anderen vaskulären Zellen Veränderungen, die als eindeutig proatherogen einzustufen sind. Hierzu gehört eine direkte Endothelschädigung (Expression von Adhäsionsmolekülen und Zytokinen, gestörte Vasodilatation, prokoagulatorische Effekte), Lipidakkumulation mit Schaumzellbildung durch Aufregulierung von Scavenger-Rezeptoren, Induktion von Inflammation sowie die Proliferation und Akkumulation glatter Muskelzellen. Kontroversiell diskutiert wird die Möglichkeit einer direkten Infektion der Gefäßwand, die sich hauptsächlich auf den Nachweis z. T. replikationsfähiger Mikroorganismen in arteriosklerotischen Plaques stützt.



Literatur beim Verfasser



Mit freundlichen kollegialen Grüßen


Ihr


Nabil DEEB
Arzt – Physician – Doctor
PMI-Ärzteverein e.V.
Palästinamedico International Ärzteverein – ( P M I ) e.V.
Department of Medical Research
Département de la recherche médicale
P.O. Box 20 10 53
53140 Bonn – Bad Godesberg / GERMANY

&

Nabil DEEB
Arzt – Physician – Doctor
PMI-Ärzteverein e.V.
Palästinamedico International Ärzteverein – ( P M I ) e.V.
Department of Medical Research
Département de la recherche médicale
P.O. Box 10 01 35
53439 Bad Neuenahr / GERMANY

e.mail: doctor.nabil.deeb.pmi.germany@googlemail.com

or

e.mail: doctor.nabilabdulkadirdeeb@googlemail.com
 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »