Thrombose/Schlaganfall

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Thromboembolische Ereignisse bei Adipositas – Leitsymptome schwerer erkennbar

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung online, 17.11.2010

Erstmals Schlaganfall-Patient mit fetalen Stammzellen behandelt

GLASGOW (ple). Die bereits vor fast zwei Jahren in Glasgow angekündigte Phase-I-Studie zur Schlaganfalltherapie mit neuronalen fetalen Stammzellen wurde jetzt mit der Behandlung des ersten Patienten gestartet.

Erstmals Schlaganfall-Patient mit fetalen Stammzellen behandelt

Mit neuronalen fetalen Stammzellen behandeln Ärzte in Glasgow Schlaganfall-Patienten.

© dpa

An der britischen Studie über zwei Jahre sollen insgesamt zwölf Männer im Alter zwischen 60 und 85 Jahren teilnehmen. Der erste Patient am Southern General Hospital in Glasgow ist bereits wieder aus der Klinik entlassen worden und wird nun mindestens zwei Jahre lang engmaschig überwacht.

Dazu gehören Funktionstests der Motorik und der Kognition. Dem Patienten waren fetale neuronale Stammzellen in die durch einen ischämischen Schlaganfall geschädigte Hirnregion injiziert worden. Eine immunsuppressive Therapie nach dieser Behandlung ist nicht erforderlich, wie die Universität Glasgow mitteilt.

Auch in Deutschland gibt es Institute, die eine Schlaganfalltherapie mit Stammzellen prüfen, allerdings nicht mit neuronalen Stammzellen. Vor fast zwei Jahren etwa waren in Hannover am International Neuroscience Institut einem Patienten genetisch veränderte Stammzellen aus dem Knochenmark eines gesunden Spenders ins Gehirn verpflanzt worden.

In der aktuellen britischen PISCES*-Studie unter der Leitung von Professor Keith Muir vom Institut für Neurowissenschaft und Psychologie der Universität Glasgow geht es in erster Linie darum, ob die Therapie mit den neuronalen Stammzellen des britischen Unternehmens ReNeuron sicher und verträglich ist. Bei dem Präparat handelt sich um eine standardisierte Zelllinie mit der Bezeichnung CTX0E03, die auf fetalen neuronalen Stammzellen beruht.

Die Ursprungszelle stammt aus dem Kortex eines zwölf Wochen alten Fetus und wurde mit Hilfe der Gentechnik so verändert, dass sie sich immer wieder teilt. In Tierversuchen linderte eine Therapie mit solchen Zellen Schlaganfallsymptome, wenn die Zellen wenige Wochen nach dem ischämischen Schlaganfall ins ZNS injiziert wurden, wie das Unternehmen mitteilt.

*PISCES: Pilot Investigation of Stem Cells in Stroke

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »