Thrombose/Schlaganfall

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Modul: Thromboembolische Ereignisse bei Adipositas – Leitsymptome schwerer erkennbar

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Ärzte Zeitung online, 29.01.2011

Je größer der Straßenlärm, desto höher das Risiko für Schlaganfälle

Ständiger Verkehrslärm in der Wohnumgebung schädigt nicht nur das Herz - auch das Gehirn wird in Mitleidenschaft gezogen: Das Schlaganfall-Risiko steigt bei über 65-Jährigen mit dem Lärmpegel signifikant, wie jetzt erstmals nachgewiesen wurde.

Je größer der Straßenlärm, desto höher das Risiko für Schlaganfälle

Viel Verkehrslärm in Essen zwischen den Anschlussstellen Essen-Frillendorf und Essen-Zentrum.

© dpa

KOPENHAGEN (hae). Was für Hochdruck, KHK und Herzinfarkte praktisch als gesichert gelten kann, zeichnet sich nun auch für den Schlaganfall ab: Je höher der Lärmpegel durch den Straßenverkehr am Wohnort ist, desto größer ist langfristig das Risiko eines Schlaganfalls.

Vor allem bei Menschen im Alter über 65 Jahren - sie sind meist nicht mehr berufstätig und so häufiger zu Hause - steigt die Gefahr eines Schlaganfalls signifikant und mindestens proportional zum Lärmpegel. Auf diese Assoziation stießen dänische Kardiologen jetzt in einer großen prospektiven Kohortenstudie (Eur Heart J online).

Die Spannbreite der gemessenen Lärmpegel in den Wohngebieten in städtischen Ballungsräumen lag zwischen 40 und 82 Dezibel (dB) auf der logarithmischen Skala. Pro Anstieg des Schallpegels um 10 dB nahm - ab einem Lärmpegel von 60 dB - das Risiko eines ersten Schlaganfalls bei Personen im Alter über 64,5 Jahre um jeweils 27 Prozent zu.

Ein gutes Drittel der an der Studie beteiligten Personen lebte in einer solchen Lärmzone. Für jüngere Menschen ließ sich kein signifikanter Zusammenhang nachweisen.

Basis dieser Untersuchung bildeten die Daten von 51.485 Teilnehmern, die in einer dänischen Kohortenstudie zu Ernährung und Krebserkrankungen im Mittel über zehn Jahre nachbeobachtet wurden. Insgesamt traten in diesem Zeitraum bei den zu Studienbeginn zwischen 50 und 64 Jahre alten Teilnehmern 1881 Schlaganfälle auf. Etwa 19 Prozent davon gehen - einen kausalen Zusammenhang vorausgesetzt - bei den Älteren auf das Konto der Lärmexposition, auch wenn sich ein solcher Zusammenhang durch Beobachtungsstudien streng genommen nicht beweisen lässt.

Ähnlich wie bei kardiovaskulären Ereignissen dürfte Lärm als Stressor fungieren, der unter anderem das fragilere Schlafmuster älterer Menschen beeinträchtigt, vermuten die Wissenschaftler. Mit dem Straßenverkehr einhergehende Luftverschmutzung konnte jedenfalls als Einflussfaktor ausgeschlossen werden.

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