Thrombose/Schlaganfall

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Ärzte Zeitung online, 10.02.2011

Schlechtes Gedächtnis - hohes Schlaganfallrisiko

Wer mit 50 Jahren schon Gedächtnis- und Wortfindunsgprobleme hat, ist offenbar besonders schlaganfallgefährdet. Das Risiko für eine Apoplexie ist bei solchen Menschen bis um den Faktor 10 erhöht.

Schlechtes Gedächtnis - hohes Schlaganfallrisiko

Bei Menschen mit Gedächtnis- oder Wortfindungsstörungen ist das Schlaganfallrisiko erhöht.

© C. Püschner/Zeitenspiegel Stiftung Dt. Schlaganfall-Hilfe

BIRMINGHAM (mut). Mit ein paar simplen Gedächtnis- und Sprachtests lässt sich nach Daten von US-Forschern feststellen, ob Menschen im mittleren Lebensalter besonders schlaganfallgefährdet sind. In einer Studie hatte ein Team um Dr. Abraham J Letter aus Birmingham (Alabama) bei Menschen über 45 Jahren die Wortgewandtheit und das Gedächtnis geprüft.

Bei dem Gedächtnistest mussten sich die Teilnehmer an Wörter erinnern, bei Tests auf die Wortgewandtheit werden in der Regel semantische oder phonetische Begriffe gefragt - die Teilnehmer sollen in einer bestimmten Zeit zum Beispiel möglichst viele verschiedene Früchte aufzählen oder Wörter, die mit dem Buchstaben "P" beginnen.

Insgesamt absolvierten 14800 Studienteilnehmer einen solchen Wortfindungstest, 17800 ein Gedächtnistest. In den folgenden viereinhalb Jahren kam es bei den Teilnehmern zu 252 Schlaganfällen.

Dabei traten Apoplexien gehäuft bei Personen auf, die zuvor schlechte Ergebnisse in einem der Tests hatten. Bei den 20 Prozent der Teilnehmer mit dem schlechtesten Ergebnissen im Wortfindungstest war die Schlaganfallrate im Schnitt um das 3,6-fache höher als beim Quintil mit den besten Ergebnissen.

Ähnlich sah es beim Gedächtnistest aus: Hier differierte die Schlaganfallrate um den Faktor 3,5 zwischen den Quintilen mit den besten und den schlechtesten Leistungen. Bezogen auf das Alter der Teilnehmer waren die Unterschiede bei den 50-Jährigen am größten. Hier war die Schlaganfallrate bei den Personen mit schlechten Testergebnissen zum Studienende sogar zehnmal höher als bei solchen mit guten Werten.

Ergebnisse der Studie wurden jetzt vorab zur Jahrestagung der US-Neurologengesellschaft AAN veröffentlicht. Die Studie soll auf dem Kongress der AAN Anfang April in Honolulu präsentiert werden.

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