Ärzte Zeitung online, 29.07.2011

Immer mehr Schwangere mit Schlaganfall

Bei schwangeren Frauen kam es in den vergangenen zwei Jahrzehnten immer häufiger zu Schlaganfällen. Der Grund dafür ist offenbar, dass zerebrovaskuläre Risikofaktoren auch bei jüngeren Frauen inzwischen häufiger auftreten.

Immer mehr Schwangere mit Schlaganfall

Baby im Bauch, Infarkt im Kopf - Nach Zahlen der CDC sind die Fälle in den USA gestiegen.

© Suprijono Suharjoto / fotolia.com

Atlanta (mut). Neue Zahlen zu den Schlaganfallraten bei Schwangeren in den USA hat jetzt ein Team um Dr. Elena Kuklina von der US-Behörde CDC in Atlanta vorgestellt. Analysiert wurden dabei Daten eines nationalen Registers, das Krankenhausaufenthalte von Schwangeren in den USA erfasst.

Die Ergebnisse: Zwischen 1994 und 2007 stieg die Schlaganfallinzidenz von schwangeren Frauen pränatal von 15 auf 22 pro 100.000 - ein Zuwachs von 47 Prozent.

Postpartal war sogar ein Anstieg von 12 auf 22 pro 100.000 zu verzeichnen - die Rate nahm hier sogar um 83 Prozent zu, berichten die Forscher online in der Zeitschrift "Stroke".

Typische Risiken nehmen bei Schwangeren zu

Gründe für den deutlichen Anstieg der Schlaganfallrate sehen Kuklina und ihre Mitarbeiter vor allem in einer ungesünderen Lebensweise mit wenig Bewegung, ungeeigneter Ernährung und Übergewicht.

So seien auch bei Schwangeren in den vergangenen Jahren zunehmend klassische Schlaganfallrisikofaktoren wie Hypertonie, Diabetes und Herzerkrankungen festgestellt worden.

In der aktuellen Analyse hatten mehr als die Hälfte der Frauen mit postpartalem Schlaganfall entweder eine Hypertonie oder Herzerkrankung.

Insgesamt gibt es bislang aber keine Hinweise darauf, dass während einer Schwangerschaft das Schlaganfallrisiko generell erhöht ist. Ein Hinweis auf eine hohe Apoplexiegefahr ist allerdings eine Migräne in der Schwangerschaft.

Dies hatte eine Auswertung der Daten von 17 Millionen Schwangeren in den USA ergeben. Knapp 34.000 der Schwangeren wurden aufgrund einer Migräne behandelt. Bei ihnen war die Schlaganfallrate um den Faktor 19 erhöht, die Herzinfarktrate um den Faktor Fünf.

Möglicherweise ist die Schwangerschafts-Migräne Zeichen einer Präeklampsie und könnte so das erhöhte Schlaganfallrisiko erklären.

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